Österreicher fordern Gesundheits-Reform

Laut Umfrage

 

Österreicher fordern Gesundheits-Reform

Die Österreicher sind zwar grundsätzlich mit dem Gesundheitssystem und den Leistungen der Krankenkassen zufrieden, sie unterstützen aber trotzdem die Forderung nach Reformen. Die geplante E-Medikation, mit der alle verordneten bzw. gekauften Medikamente gespeichert und auf Wechselwirkungen oder Doppelverordnungen überprüft werden können, begrüßen die Österreicher. Das geht aus einer Gfk-Umfrage unter 4.000 Befragten im August und September dieses Jahres hervor, die am Donnerstag in einer Pressekonferenz mit Hauptverbands-Vorsitzenden Hans Jörg Schelling und Generaldirektor Josef Kandlhofer präsentiert wurde.

Gesundheitssystem
   84 Prozent der Österreicher halten das österreichische Gesundheitssystem für eines der besten Westeuropas und 80 Prozent sind auch mit dem Leistungsangebot der Krankenkassen zufrieden. Trotzdem halten 77 Prozent die bisher getroffenen Maßnahmen für nicht ausreichend und unterstützen Schelling in seiner Forderung nach einer ganzheitlichen Reform. Von dieser Gruppe fordern zwei Drittel (68 Prozent) eine Finanzierung aus einem Topf und knapp die Hälfte (49 Prozent) Reformen im Spitalswesen.

 Kassensanierungspaket

  Von den bisher bereits umgesetzten Kostensenkungsmaßnahmen vor allem über das Kassensanierungspaket fühlen sich 44 Prozent der Befragten betroffen. Davon wiederum fühlen sich 39 Prozent von Leistungskürzungen etwa bei Medikamenten, Brillen oder Heilbehelfen und 38 Prozent durch höhere Kosten etwa durch Selbstbehalte und Rezeptgebühr tangiert.

   Die E-Medikation, die im Frühjahr mit einem Pilotprojekt in den Regionen Wels-Grieskirchen (OÖ), im Bezirk Reutte in Tirol und in Wien-Donaustadt startet und nach einer Evaluation bis Jahresende dann voraussichtlich im Jahr 2012 flächendeckend in ganz Österreich starten soll, begrüßen die Österreicher. 90 Prozent gefällt die Idee, dass die gekauften bzw. verordneten Medikamente in einer Datenbank gespeichert und in Bezug auf Wechselwirkungen oder Doppelverordnungen überprüft werden. Ursprünglich hätte das Pilotprojekt bereits heuer im Herbst starten sollen, wegen Verzögerungen musste es jedoch auf Frühjahr verschoben werden.

   Die Prüfung der Medikamente auf unerwünschte Wirkungen, Wechselwirkungen oder Doppelverordnungen sollte nach Ansicht von 77 Prozent der Befragten der niedergelassene Arzt durchführen. 43 Prozent würden dies dem Arzt im Krankenhaus zuordnen und 36 Prozent der Apotheke. Selbst einsehen wollen zwei Drittel (67 Prozent) die Arzneimittel online in der Datenbank, wobei dies auf jüngere Patienten stärker zutrifft als auf ältere. Drei Viertel (76 Prozent) wollen die Möglichkeit, dass ihre aktuelle Arzneimittelliste mit den Dosierungsinformationen ausgedruckt werden kann. Jeweils zwei Drittel davon wollen diesen Ausdruck selbst machen (68 Prozent) bzw. vom niedergelassenen Arzt (67 Prozent) machen lassen.
 

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