Sozialberufe

Österreichweit Demos für bessere Bezahlung

Arbeitnehmer aus dem privaten Gesundheits- und Sozialbereich haben am Mittwoch in Wien und mehreren Landeshauptstädten für höhere Löhne und Gehälter demonstriert. Die Kollektivvertragsverhandlungen für die 120.000 Mitarbeiter starke Branche sind seit 24. Jänner unterbrochen. Das Letztangebot der Arbeitgeber lag bei plus 2,4 Prozent, die Gewerkschafter wollen mindestens drei Prozent. Am 4. Februar wird weiter verhandelt.

Nach Angaben der Arbeitnehmerseite gingen in der Bundeshauptstadt rund 3.000 Menschen auf die Straße. Die Polizei zählte eine Stunde nach Demo-Beginn allerdings nur 1.000 Personen, die vom Stubenring zum Ballhausplatz unterwegs waren. Kundgebungen fanden auch in Linz, St. Pölten, Graz und Klagenfurt statt.

Schon jetzt lägen die Einkommen im Sozial- und Pflegebereich um 18 Prozent unter dem Durchschnittseinkommen, zeigten sich der Vorsitzende der GPA-djp, Wolfgang Katzian, und vida-Vorsitzender Gottfried Winkler in einer Aussendung einig. Man lasse nicht zu, dass sich die Lohnschere noch weiter öffne. Soziale Arbeit sei mehr wert und gehöre fair entlohnt, forderten sie.

Bis jetzt gab es laut Gewerkschaft zwei Verhandlungsrunden mit den Arbeitgebern der Sozialwirtschaft Österreich sowie mit Caritas und Diakonie. Die Arbeitgeberseite habe eine Reallohnerhöhung verweigert, denn das Letztangebot würde nicht einmal die Teuerung von 2,58 Prozent abgelten. Die Gewerkschaften verlangen für die körperlich und physisch anstrengende Arbeit im Sozial- und Pflegebereich ein Plus von mindestens 3 Prozent.

Gefordert wird zudem eine bessere Anrechnung von Vordienstzeiten aus anderen Berufen und Zeiten der Elternkarenz. Variable Zuschläge wie jene für Sonntags- und Nachtarbeit sollten in die Berechnungsgrundlage für das Weihnachts- und Urlaubsgeld mit eingerechnet werden. Außerdem müsse es einen Rechtsanspruch auf Pflegeteilzeit bzw. Pflegekarenz geben, so die Gewerkschafter.

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