12. Oktober 2008 16:07
ÖSTERREICH: Wie haben Sie vom Tod Jörg Haiders erfahren?
Stefan Petzner: Kurze Zeit davor war ich ja noch mit ihm zusammen.
Ich war überrascht, ihn auf dieser Party in Velden zu treffen, weil ich ihn
schon im Bärental bei seiner Familie vermutet habe. Er ist dann vor mir
weggefahren und er hat mich noch einmal aus dem Auto angerufen – wenig
später hat sich dann der Chauffeur bei mir gemeldet und mir gesagt, dass
etwas Schreckliches passiert ist.
ÖSTERREICH: Haben Sie gleich das wahre Ausmaß der Tagödie
erfasst?
Petzner: Nein, die Polizei selbst hat nicht gleich gewusst, wie
schlimm es ist. Ich sollte nur ins Landeskrankenhaus kommen. Dort hat man
mir aber gleich gesagt, wie es steht, und mich zu ihm vorgelassen. Es war
schrecklich für mich, ihn so daliegen zu sehen. Schwer zu ertragen. Ich bin
immer wieder rein- und rausgegangen.
ÖSTERREICH: Sie waren ja mehr als ein enger Mitarbeiter, sie
waren ein Freund. Wie haben Sie Jörg Haider kennengelernt?
Petzner: Das war 2002 – für den Jörg eigentlich die Zeit seiner
schwersten politischen Krise. Ich war damals noch Student und habe ein
Interview mit ihm gemacht...
ÖSTERREICH:...und Feuer gefangen?
Petzner: Die Chemie zwischen uns hat einfach gepasst. Er war der
typische Wassermann – visionär und voll Tatendrang. Ich der ruhigere und
bedächtigere Steinbock.
ÖSTERREICH: Sie wurden sein engster Mitarbeiter.
Petzner: Ich wurde sein Pressesprecher, ja. 2005 hat er mich
bedrängt, ich soll doch in die Landesregierung kommen. Ich wollte eigentlich
erst mein Studium beenden, aber das war dann doch nicht möglich. Ich musste
ja rund um die Uhr da sein und er hat mir immer blind vertraut. Ich bin
ständig wie ein Stern um seine Sonne gekreist.
Eines ist klar: So einen wie ihn gibt es kein zweites Mal. Erst vor wenigen
Wochen hat er zu mir gesagt: ,Du bist mein Lebensmensch' – und das war er
auch für mich. Aber ich fühle mich verpflichtet, in seinem Sinne und in
seinem Namen weiterzumachen. Unser aller Aufgabe ist es jetzt, diese große
Familie, in der er der Vater war, weiterleben zu lassen, und sein
politisches Erbe weiterzutragen. Das, was er in Kärnten aufgebaut hat,
weiterzubauen.
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