Petzner soll als BZÖ-Chef antreten

Blau-Orange Schlacht

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Petzner soll als BZÖ-Chef antreten

Nach einem Platzkonzert um 10.30 Uhr werden sich Hunderte Delegierte im – hoffnungslos überfüllten – Klagenfurter Konzerthaus drängen. Denn beim letzten Parteitag des BZÖ-Kärnten am Samstag geht es um die Aufteilung des umstrittenen Erbes von Jörg Haider.

Uwe Scheuch, Noch-Obmann des BZÖ-Kärnten, will sich der Wiederwahl stellen – und so den Weg für die Umbenennung des Kärntner BZÖ in „FPK“ (Freiheitliche Partei in Kärnten) und für die Kooperation der Kärntner Ex-Orangen mit Heinz-Christian Straches Blauen frei machen.

Dörfler soll Scheuchs Mehrheit sichern helfen
Das Unterfangen, sich dem „Wiener Bazi“ Strache auszuliefern, von dessen Truppe sich Jörg Haider noch zu Lebzeiten heftigst distanziert hatte, ist für Scheuch weiter riskant: Am Montag präsentierte er deshalb Landeshauptmann Gerhard Dörfler als einen der Stellvertreter auf dem Wahlvorschlag des FPK. Das Signal, das Scheuch aussenden will: „Wir halten zusammen. Die gesamte Partei ist für den neuen Weg der Kooperation mit der FPÖ auf Bundesebene.“

Ganz so eindeutig wird die Sache wohl nicht über die Bühne gehen. Denn mit Stefan Petzner und BZÖ-Bundeschef Josef Bucher wollen zwei Kärntner BZÖ-Granden die Spaltung der orangen Partei um jeden Preis verhindern.

Petzner: „Einer von uns muss sagen: Ich trete an.“
Das Duo tourt derzeit unermüdlich durch Kärnten – und hat laut eigenen Angaben schon fast 1.500 Unterschriften für eine Urabstimmung über die Zukunft des BZÖ-Kärnten gesammelt. „Bei den Mitgliedern hätten wir eine Mehrheit, bei den Funktionären am Parteitag haben wir sie leider noch nicht“, sagt Petzner. Und er will auch wissen, warum das so sei: „Es wurden Delegierte von der Liste gestrichen, weil sie nicht in Scheuchs Regime passen.“ Dennoch ist eine deftige Überraschung zu erwarten. Petzner: „Ein Gegenkandidat am Parteitag ist jederzeit drin. Es braucht nur einer von uns die Hand zu heben und sagen: Ich bin’s. Ich trete gegen Scheuch an.“

ÖSTERREICH: Sie sind jetzt mehrere Tage durch Kärnten getourt. Wer hat die Mehrheit, Uwe Scheuch oder Sie und das bisherige BZÖ?
Stefan Petzner: Bei 5.800 Parteimitgliedern gehen wir in Richtung von 1.500 Unterstützern für eine Urabstimmung der Basis über die Zukunft des BZÖ. Dort ist die Stimmung so stark gegen Uwe Scheuchs Putschpläne, dass ich selbst überrascht war. An der Basis hätten wir die klare Mehrheit.

ÖSTERREICH: Entscheiden wird aber am Samstag ein Parteitag. Treten Sie oder Bundes-Chef Bucher dort gegen Uwe Scheuch an?
Petzner: Lassen Sie sich überraschen. Statutarisch kann jederzeit einer von uns bei der Einbringung des Wahlvorschlags des Parteivorstands einfach die Hand heben und sagen: Ich bin’s. Ich trete an. Das genügt. Jedenfalls wird der Parteitag am Samstag sehr spannend.

ÖSTERREICH: Obwohl Sie selbst sagen, dass Scheuch mit seinem Projekt der Zusammenarbeit mit Strache bei den Funktionären die klare Mehrheit hat...
Petzner: In der Nacht meldeten sich wieder zwei Delegierte, die von der Liste gestrichen wurden, weil sie nicht zu Scheuchs Regime passten. Diese DDR-Methoden werden in Kärnten immer heftiger abgelehnt. Ganze Ortsgruppen sagen, dass Scheuch nicht tragbar sei. Und dass das BZÖ in Kärnten weitermachen muss.

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