Pflegekosten können bis 2030 auf 10 Mrd. steigen

Wifo-Studie

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Pflegekosten können bis 2030 auf 10 Mrd. steigen

Die Kosten für die Pflege werden in den kommenden Jahren explodieren. Das ergibt eine Wifo-Studie für das Sozialministerium. Demnach steigen die Gesamtkosten für die Pflege bis ins Jahr 2030 zwischen 66 und 200 Prozent. Noch nicht eingerechnet sind darin allfällige Anpassungen für das Pflegegeld.

10 Milliarden sind möglich
Die Kosten würden - je nach Entwicklung - von derzeit 3,26 Mrd. Euro pro Jahr auf bis zu 9,98 Mrd. Euro im Jahr 2030 ansteigen. Die Gründe dafür sind die demographische Entwicklung, die erhöhte Nachfrage und die Kostensteigerungen bei den Sachleistungen. Kostendämpfend wirkt sich dagegen die Gesundheitsentwicklung aus. Geht man von einem "Mittelszenario" aus, dürfte die Kostensteigerung bei 160 Prozent (8,44 Mrd. Euro) liegen.

Valorisierung als Preistreiber
Würde man die wohl anstehenden Valorisierungen des Pflegegeldes mit einrechnen, dürfte diese Steigerungsrate noch höher liegen. Laut SPÖ-Sozialminister Erwin Buchinger sind die Kosten für das Pflegegeld alleine in den letzten drei Jahren um 4,5 Prozent gestiegen. Ohne jegliche Wertanpassung bedeutet das Mehrausgaben von 80 Mio. Euro pro Jahr. Und schon für den Jänner 2009 hat der Minister eine "kräftige Valorisierung" des Pflegeldes angekündigt.

Finanzierung über Steuer
Bestätigt sieht der Sozialminister seinen Wunsch nach einer Finanzierung der Pflege über die Steuer. Buchinger hat immer für eine Vermögenssteuer plädiert. Die Studie weist für Dänemark (Steuerfinanzierung) und die Niederlande (Mischfinanzierung) eine stärkere Verteilungswirkung aus als etwa für Deutschland, wo die Pflege über ein Versicherungsmodell finanziert wird.

Die Arbeitsgruppe zur Pflege-Finanzierung im Sozialministerium wird die Ergebnisse am 28. März diskutieren.

"Pflegemodell funktioniert"
Als "gelöst" sieht Buchinger die 24-Stunden Betreuung Pflegebedürftiger daheim an. Man habe mit Stichtag 17. März bereits 3.600 regulär angemeldete selbstständige Betreuungskräfte und gut 100 unselbstständige. Das gesteckte Ziel von 5.000 angemeldeten Personenbetreuern mit Jahresmitte werde nun "mit ganz, ganz großer Wahrscheinlichkeit" schon vorzeitig erreicht werden.

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