Polit-Stars und ihre Ausrutscher im Internet

Gesudere auf YouTube

© Lisi Niesner

Polit-Stars und ihre Ausrutscher im Internet

Der niederösterreichische Landeshauptmann ist der beliebteste Politiker – zumindest im Internet: 139.643 Mal wurde „Das wahre Gesicht des Erwin Pröll" seit Jänner auf YouTube angeklickt. Kein Wunder: Schließlich kommt es nicht alle Tage vor, dass ein ÖVP-Landeschef einen Pfarrer beschimpft. Ein Amateurfilmer hat den Vorfall vor zehn Jahren festgehalten und im Jänner 2008 wenige Wochen vor der Landtagswahl ins Internet gestellt.

Ausrutscher auf Abruf
Für die Politiker sind mit dem Erfolg von Video-Plattformen im Internet härtere Zeiten angebrochen: Jeder noch so kleine Ausrutscher, der sonst schnell wieder vergessen wäre, kann im Netz immer wieder abgerufen werden. Wer Alfred Gusenbauers „Gesudere“-Sager im ORF verpasst hat, sucht den Clip einfach auf YouTube. 66.487 Mal wurde das Video in den vergangenen zwei Monaten angesehen.

Das wahre Gesicht der Erwin Pröll

Gusenbauers Gesudere

Regierungsbildung auf Steirisch

Sommergespräch mit HC Strache

Strache gegen Westenthaler

Kontrollverlust
Der Politologe Peter Filzmaier glaubt an langfristige Auswirkungen auf die Politik: „Die Politiker verlieren die Kontrolle über ihre Kampagnen“, analysiert er im Gespräch mit ÖSTERREICH. Andererseits werde das Internet auch gezielt von den Parteistrategen genutzt, um ihre Botschaften an die eher junge Zielgruppe zu bringen. Dass das aber auch gründlich schiefgehen kann, zeigt das aktuellste Beispiel: Der Tiroler ÖVP-Kandidat und Profi-Schiedsrichter Konrad Plautz wurde mit einem auf YouTube veröffentlichen Werbespot zur Lachnummer. Sein etwas unbeholfenes „Griaß enk, i bin’s, da Konrad Plautz – aber es kennt’s mi eh alle“ hat es in einer Woche auf knapp 5.000 Seher gebracht.

Beliebter Bruderkrieg
Besonders beliebt bei der Internet-Generation sind die Protagonisten des dritten Lagers. Knapp 75.000 Seher verfolgten bisher auf YouTube, wie im TV der erbitterte Kampf um Wählerstimmen zwischen FPÖ-Chef Strache und BZÖ-Chef Westenthaler außer Kontrolle gerät. Noch populärer ist das schon beinah legendäre ORF-Sommergespräch 2005 mit Strache und ORF-Mann Armin Wolf. Das kratzt sogar schon an der 100.000er Marke.

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