07. März 2010 22:20
Die ÖSTERREICH-Story vom Sonntag hat in der Koalition wie eine Bombe
eingeschlagen. ÖSTERREICH enthüllte, dass die Koalition hinter Polstertüren
emsig an neuen Sparplänen bastelt, um nach der Krise das nächste Budget zu
retten. Alle Ressorts sollen ihre Ausgaben um 10 Prozent kürzen.
Konkrete Resultate bis Dienstag
Derzeit sitzen die
Koalitionsspitzen rund um die Uhr in „Geheimverhandlungen“. Dass bis zum
Ministerrat am Dienstag konkrete Resultate vorliegen, wird aber immer
unwahrscheinlicher. Auch weil Finanzminister Pröll noch nicht genau weiß, ob
er 2011 „nur“ 2,1 Milliarden oder doch 2,6 Milliarden Euro einsparen muss,
falls das Wachstum im Herbst einbricht.
Jedenfalls soll das Milliarden-Loch zu 60 % durch Reduzierung der Ausgaben
(z. B. Verwaltungsreform) und zu 40 Prozent aus Mehreinnahmen (z. B.
Bankensteuer) gestopft werden. Zu hören ist, dass vieles nicht mehr tabu
ist. Über folgende Belastungen wird verhandelt:
- Mehrwertsteuer rauf. Die ÖVP favorisiert eine kräftige
Anhebung auf 22 Prozent. Die SPÖ präferiert dagegen eine höhere
Stiftungssteuer.
- Tschick-Steuer rauf. Koalitionärer „Common Sense“ sei
die Erhöhung von Alkohol- und Tabaksteuer: 40 Cent mehr könnte
in Zukunft das Packerl Zigaretten kosten, was dem Staat bis zu 520
Millionen Euro Mehreinnahmen brächte.
- Benzinpreis rauf. Immer mehr Minister fordern auch – wie von
Ex-Finanzminister Androsch im ÖSTERREICH-Interview angeregt –
die Aufstockung der „Spritsteuer“: 10 Cent mehr pro Liter
Benzin und Diesel brächte dem Staat immerhin eine zusätzliche
knappe Milliarde Euro.
- Überstunden runter. Die Steuer-Begünstigung könnte von
der Regierung gestrichen werden.
Hauptopfer unter den Ministern soll Claudia Schmied werden, deren
Unterrichtsressort so kräftig geschröpft werden könnte, dass Lehrer
entlassen werden müssten. Justizministerin Claudia Bandion-Ortner soll
künftig die Ausgaben für den Opferschutz drastisch zurückfahren müssen.
Mehrere aufgebrachte rote Minister – und Kanzler Werner Faymann – persönlich
signalisierten dem Finanzminister indes: „Mit uns sicher nicht! Gerade in
den Zukunftsressorts wie der Bildung wird ein Gießkannen-Sparen nicht
drinnen sein.“