Ramprecht gerät jetzt ins Zwielicht

Affäre Grasser

© Minopolis/Thomas Schauer studio for photography

Ramprecht gerät jetzt ins Zwielicht

Jener Mann, der Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser jetzt massiv belastet, zählte einst zu dessen engsten Vertrauten. Grasser holte den Klagenfurter Controller in sein erstes Kabinett. Mit 40 ist Ramprecht für das Budget zuständig und darf sich als Mitverantwortlicher für das bejubelte Nulldefizit feiern lassen.

Beförderung
Grasser befördert seinen Schützling: Im April 2001 wird Ramprecht Aufsichtsrat der Asfinag (bis 2005), im Juni 2001 wechselt er als Geschäftsführer zur Bundesbeschaffungsgesellschaft (BBG). Ramprecht wird von Grasser 2002 auch zum Chef der Vergabekommission gemacht – die Lehman Brothers mit der Abwicklung des Verkaufs der Bundeswohnungen (Buwog) beauftragt.

Stolpersteine
Doch 2004 stolpert Ramprecht über peinliche Affären:

  • Seine Frau Caroline Ramprecht kauft 2002 ihre Wohnung in der Hietzinger Hauptstraße 113 – von Ernst Karl Plech, einer der Schlüsselfiguren im Grasser-Netzwerk und mit Ramprecht im Buwog-Aufsichtsrat. Der Streit um den Kaufpreis beendet die Freundschaft zwischen Plech und Ramprecht. Die beiden sind einander mittlerweile spinnefeind.
  • Im Juli 2004 bietet Ramprecht im noblen Döbling eine Wohnung um 380.000 Euro an, will die Provision aber „ohne Rechnung“. Skurril: Der renommierte Steuerrechtler Werner Doralt interessiert sich als Käufer, wird stutzig – der Fall kommt ins Rollen. Die Grünen decken das in einer parlamentarischen Anfrage auf.

Rache
Grasser steht erst hinter Ramprecht, lässt ihn aber fallen, als die Optik zu schief wird, und setzt ihn 2006 als Geschäftsführer bei der BBG ab. Seither sinnt Ramprecht offensichtlich auf Rache und wird zum „unguided missile“. In einem Mail an ehemalige Mitarbeiter im Finanzministerium droht er mit Enthüllungen und warnt: „Ich bin ein angeschossenes Raubtier und kann ganz, ganz unangenehm werden.

Beruflich geht’s bergab mit Ramprecht, der als einer gilt, der überall verbrannte Erde hinterlässt. Er wird unter der Unternehmerfamilie Soravia Geschäftsführer der Kinderwelt Monopolis und scheitert auch damit. Die Soravias wollen heute nichts mehr von ihm wissen.

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