14. Juni 2009 20:01
In der beschaulichen Wiener Josefstadt kam es Samstagabend zu Jagdszenen:
Die werden noch das Parlament beschäftigen und den 3. NR-Präsidenten Martin
Graf (FPÖ) erneut ins Kreuzfeuer der Kritik bringen. Denn einer seiner
Mitarbeiter war mittendrin.
Burschenschafter-Safari
Sozialistische Jugend (SJ) und
Sozialistische LinksPartei (SLP) hatten zur „Burschenschafter-Safari“
aufgerufen, um sich „die Buden der Burschis mal aus nächster Nähe
anzusehen“. Was nicht reibungsfrei ablief: Laut den Links-Aktivisten hätten
sieben Vermummte die Demonstranten mit Farbbeuteln und Eiern attackiert. Als
die Linken die Angreifer verfolgten, wurde einer fotografiert, als er sich
seiner Maske entledigte: Es handelte sich um Sebastian Ploner, der bis zum
30. Juni im Graf-Büro beschäftigt ist, wie Büroleiter Walter Asperl
ÖSTERREICH bestätigte. Ploner trug eine Smiley-Maske mit Rechtsscheitel, der
an Adolf Hitler erinnert. Die SLP wird am Montag Anzeige gegen Ploner
erstatteten.
Bekannt vom Aufruhr-Versand
Wie Graf ist Ploner Mitglied der
rechtsrechten Burschenschaft Olympia – und er ist einer jener beiden
Graf-Mitarbeiter, die beim deutschen Neonazi-Versand „Aufruhr“ einschlägige
T-Shirts bestellt hatten. Laut Asperl sei Ploner in seiner Freizeit zu der
Linken-Demo gegangen, „um zu schauen, was die machen“. Attackiert habe er
niemanden. Vermummt habe Ploner sich, weil er sich bedroht fühle. Weder
Ploner noch Martin Graf wollten zum Vorfall gestern Stellung nehmen.
Aufruf auf Nazi-Homepage
Fakt ist allerdings: Auf der
Neonazi-Homepage „Alpen-Donau“ war zu Gewalt gegen die Linken-Demo
aufgerufen worden. Wörtlich heißt es da: „Wenn es gilt fürs Vaterland, treu
die Klingen dann zur Hand, und heraus mit mut’gem Sang …“.
Fall fürs Parlament
Grünen-Justizsprecher Albert
Steinhauser will den Vorfall ins Parlament bringen, er kündigte Anfragen an
Innenministerin Fekter an. Graf habe sich immer noch nicht nicht von seinen
Mitarbeitern distanziert, sein Rücktritt sei überfällig. Steinhauser warf
Fekter zudem vor, die rechte Szene nicht im Griff zu haben.