Randale mit Graf-Mitarbeiter

Vermummt gegen Linke

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Randale mit Graf-Mitarbeiter

In der beschaulichen Wiener Josefstadt kam es Samstagabend zu Jagdszenen: Die werden noch das Parlament beschäftigen und den 3. NR-Präsidenten Martin Graf (FPÖ) erneut ins Kreuzfeuer der Kritik bringen. Denn einer seiner Mitarbeiter war mittendrin.

Burschenschafter-Safari
Sozialistische Jugend (SJ) und Sozialistische LinksPartei (SLP) hatten zur „Burschenschafter-Safari“ aufgerufen, um sich „die Buden der Burschis mal aus nächster Nähe anzusehen“. Was nicht reibungsfrei ablief: Laut den Links-Aktivisten hätten sieben Vermummte die Demonstranten mit Farbbeuteln und Eiern attackiert. Als die Linken die Angreifer verfolgten, wurde einer fotografiert, als er sich seiner Maske entledigte: Es handelte sich um Sebastian Ploner, der bis zum 30. Juni im Graf-Büro beschäftigt ist, wie Büroleiter Walter Asperl

ÖSTERREICH bestätigte. Ploner trug eine Smiley-Maske mit Rechtsscheitel, der an Adolf Hitler erinnert. Die SLP wird am Montag Anzeige gegen Ploner erstatteten.

Bekannt vom Aufruhr-Versand
Wie Graf ist Ploner Mitglied der rechtsrechten Burschenschaft Olympia – und er ist einer jener beiden Graf-Mitarbeiter, die beim deutschen Neonazi-Versand „Aufruhr“ einschlägige T-Shirts bestellt hatten. Laut Asperl sei Ploner in seiner Freizeit zu der Linken-Demo gegangen, „um zu schauen, was die machen“. Attackiert habe er niemanden. Vermummt habe Ploner sich, weil er sich bedroht fühle. Weder Ploner noch Martin Graf wollten zum Vorfall gestern Stellung nehmen.

Aufruf auf Nazi-Homepage
Fakt ist allerdings: Auf der Neonazi-Homepage „Alpen-Donau“ war zu Gewalt gegen die Linken-Demo aufgerufen worden. Wörtlich heißt es da: „Wenn es gilt fürs Vaterland, treu die Klingen dann zur Hand, und heraus mit mut’gem Sang …“.

Fall fürs Parlament
Grünen-Justizsprecher Albert Steinhauser will den Vorfall ins Parlament bringen, er kündigte Anfragen an Innenministerin Fekter an. Graf habe sich immer noch nicht nicht von seinen Mitarbeitern distanziert, sein Rücktritt sei überfällig. Steinhauser warf Fekter zudem vor, die rechte Szene nicht im Griff zu haben.

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