Mikl-Leitner für Vermummungs-Verbot

Rapid-Skandal

Mikl-Leitner für Vermummungs-Verbot

Für Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (V) ist das Verhalten jener Rapid-Anhänger, die am Sonntagnachmittag im Wiener Gerhard-Hanappi-Stadion beim Derby gegen die Austria den Platz gestürmt haben, "völlig inakzeptabel". Am Montag erklärte sie: "Es muss Konsequenzen geben." Ziel sei es, dass in Zukunft normale Fußballfans und Familien ohne Belästigung und Gefährdung durch Störenfriede die Spiele genießen können. Dazu erwägt sie ein Vermummungsvebot sowie das Verbot von Feuerwerks-Körpern in Stadien.

England als Vorbild
Sie habe an den Generaldirektor für die Öffentliche Sicherheit den Auftrag erteilt, mit den Vereinen und der Bundesliga gemeinsam geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um Ausschreitungen aus den Stadien zu verbannen, so Mikl-Leitner. Dabei sagte sie: "Unser Vorbild ist England."

Nach mehreren schweren Katastrophen - Stichwort Hillsborough, Heysel-Stadion - hatten die Briten Anfang der 1990er Jahre mit rigorosen Maßnahmen wie Stadionverboten, massiver Videoüberwachung und drakonischen gesetzlichen Maßnahmen reagiert und damit in der Premier League die Gewalt aus den Stadien verbannt. Experten betonen allerdings, dass die Gewalt nicht weg sei, sondern sich nur in die unteren Ligen verlagert habe.

Stadionverbot
Mikl-Leitner betonte unter anderem, dass die Maßnahme des Stadionverbotes wichtig ist. Bei der von Experten immer wieder kritisierten Durchsetzung dieser Verbote verwies die Ministerin auf die Zuständigkeit der Vereine. Hier Verbesserungen zu erreichen, werde Teil der Gespräche mit der Bundesliga und den Clubs sein. Allerdings hält man im Innenministerium dem Vernehmen nach wenig von der Verhängung von Stadionverboten als behördliche Maßnahme. In England beispielsweise kann die Exekutive von sich aus solche Maßnahmen anordnen.

Die Innenministerin äußerte sich auch zu möglichen Gesetzesänderungen. "Das muss man sich ansehen, wo man hier an den Schrauben drehen kann und welche Maßnahmen auch sinnvoll sind." Konkret erwähnte sie hier die Bestimmungen zur Pyrotechnik bei Großveranstaltungen: Diese ist seit Jänner 2010 verboten. Allerdings kann auch das neue, verschärfte Verbot in Ausnahmefällen - etwa bei besonders wichtigen Spielen - aufgehoben werden, sollte die Sicherheitsbehörde (Polizei oder Bezirkshauptmannschaft) einen dementsprechenden Antrag genehmigen. Eine diesbezügliche Genehmigung hatte laut Wiener Polizei beim Derby bestanden.

Praktische Auswirkungen hatten die Bestimmungen so oder so bisher wenig: Nicht nur im Hanappi-Stadion waren am Sonntag bengalische Feuer zu sehen, sondern auch in Wiener Neustadt vom Sturm-Graz-Anhang.

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