Regierung plant echten Moped-Führerschein

Sicherheitshalber

 

Regierung plant echten Moped-Führerschein

Wegen der hohen Zahl an Verletzten unter den Mopedfahrern plant SPÖ-Verkehrsministerin Doris Bures eine Reform der Mopedfahrausbildung. Alle Fahranfänger sollen künftig eine Theorieprüfung ablegen und zusätzlich Fahrstunden am Moped auch im Fließverkehr absolvieren müssen. Der entsprechende Gesetzesentwurf geht laut Ö1 heute in Begutachtung.

Mopedausweis wird Pflicht
Jeder motorisierte Verkehrsteilnehmer wird künftig irgendeine Art von Führerschein haben müssen: einen B-Führerschein oder einen A-Führerschein für Motorräder etwa oder zumindest einen Mopedausweis. Anlass für diese Neuerung ist die jüngste Statistik des Kuratoriums für Verkehrssicherheit, wonach alle 17 Sekunden ein ungeschützter Verkehrsteilnehmer - also ein Fußgänger, Radfahrer, Moped- oder Motorradlenker - in der EU bei einem Unfall verletzt wird.

Mehr Übung im Straßenverkehr
Dass Jugendliche diesen Mopedausweis bekommen, ohne jemals im Straßenverkehr gefahren zu sein, soll auch bald Vergangenheit sein. Bures will, dass jeder Mopedfahranfänger zwei Fahrschulstunden im Straßenverkehr absolvieren muss, denn: 60 Prozent aller Mopedunfälle passieren im ersten halben Jahr des Fahrens.

4-Stufen-Ausbildung
Der Gesetzesentwurf sieht für alle Mopedfahranfänger aber auch für Lenker von Mopedautos eine Vier-Stufen-Ausbildung vor: Die zwei Praxisstunden im Straßenverkehr, sechs Praxisstunden auf einem abgesperrten Platz, sechs Theorie-Stunden und eine Theorieprüfung. Für 15-jährige Fahranfänger bedeutet das laut Bures: die Theorie wird um zwei Stunden gekürzt, von acht auf sechs Stunden - dafür werden die Fahrstunden von sechs auf acht Stunden erhöht. Damit soll der Schwerpunkt auf die Situation auf der Straße gelegt werden.

Verkehrsregeln statt keine Ahnung
Über 16-Jährige mussten bisher überhaupt keine Fahrstunden absolvieren sondern nur Theoriestunden. Über 24-Jährige haben nicht einmal einen Mopedausweis gebraucht. Künftig soll für alle das neue vierstufige Modell gelten. Die Verkehrsministerin meint, egal wie alt man ist, man muss die Verkehrsregeln kennen.

Zusätzliche Kosten
Fahrschulen und Autofahrerclubs wird die neue Mopedausbildung zusätzliche Einnahmen bringen, für die Mopedfahrer zusätzliche Kosten. Laut dem Verkehrsministerium beträgt die Zusatzbelastung für 15-Jährige aber nur rund 35 Euro. Und wer schon jetzt Mopedfahrer ist, muss keinen Kurs und keine Prüfung absolvieren, sondern kann innerhalb eines Jahres einfach einen Mopedausweis beantragen.

Ab Sommer gültig
Bures hofft, dass das neue Gesetz schon im Sommer in Kraft tritt. Der Inhalt sei schon mit dem Koalitionspartner ÖVP besprochen. Laut ÖAMTC entspricht der Entwurf außerdem im Wesentlichen einem Vorschlag, den die Autofahrerklubs, die Fahrschulen und das Kuratorium für Verkehrssicherheit gemeinsam erarbeitet haben.

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