24. November 2014 14:52
Österreich-Besuch
Renzi lobt Faymanns Büro-Ordnung
Italiens Premier zeigte sich von Wiener Amtsräumen begeistert.
Renzi lobt Faymanns Büro-Ordnung
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Im Palazzo Chigi in Rom, dem Sitz der italienischen Regierung, ist es offenbar nicht so adrett wie im Bundeskanzleramt. Der italienische Premier Matteo Renzi zeigte sich jedenfalls am Montag begeistert von den Wiener Amtsräumen, nachdem er von Bundeskanzler Werner Faymann dort empfangen worden war.

 "Sein Büro ist sehr sauber und ordentlich - alles andere als mein Büro", wollte Renzi auf einer gemeinsamen Pressekonferenz die Öffentlichkeit danach unbedingt wissen lassen. Der seit dem heurigen Februar amtierende Mitte-Links-Politiker, der das Image eines Machers hat, hat offenbar zunächst begonnen, Italien umzukrempeln und seinen unmittelbaren Arbeitsplatz links liegen gelassen.

Thema Sparpolitik
Als gemeinsame Kämpfer gegen eine reine Sparpolitik in Europa Faymann und  Renzi aufgetreten. Das Investitionsprogramm in Höhe von 300 Mrd. Euro, das der neue EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker am Mittwoch vorstellen will, dürfe "nicht verkleinert werden", sagte Faymann in Wien.

Nachdem er Renzi am Rande eines Gipfels der Zentraleuropäischen Initiative zu einem kurzen Meinungsaustausch empfangen hatte, sagte der Bundeskanzler auf einer gemeinsamen Pressekonferenz, es brauche Junckers Investitionsprogramm, damit die Menschen sähen, "wir tun etwas für das Wirtschaftswachstum". Faymann sprach sich gegen eine "reine Austeritätspolitik" und für einen Dualismus von "Stabilität und Beschäftigung" aus. Renzi pflichtete dem bei.

Zum Thema des Flüchtlingsstroms über das Mittelmeer nach Europa sagte Renzi: "Wenn wir das Problem an der Wurzel packen wollen, müssen wir uns mit Nordafrika beschäftigen." Insbesondere nannte der italienische Ministerpräsident hier Libyen. 97 Prozent der Bootsflüchtlinge kämen über dieses Land, wo die Verhältnisse seit dem Sturz des Langzeitmachthabers Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 äußerst instabil sind. Bundeskanzler Faymann mahnte angesichts des Flüchtlingsstroms und erhöhter Asylwerberzahlen in Österreich Solidarität in der EU ein.