Requiem für Liese-Prokop  in St. Pölten

Schönborn

© AP Photo/Hans Punz

Requiem für Liese-Prokop in St. Pölten

Liese Prokop habe in ihrer Tätigkeit in der Landes- und Bundespolitik versucht, dem christlichen Menschenbild gemäß zu leben und zu handeln. Und es sei ihr mit großer Glaubwürdigkeit gelungen, sagte Kardinal Christoph Schönborn am Dienstag in seiner Predigt beim Requiem für die verstorbene Innenministerin im Dom zu St. Pölten.

"Starkes Menschenbild"
Schönborn bezeichnete die Verstorbene als prächtigen Menschen, von einer tiefen, starken Menschlichkeit geprägt. Keine Hochleistungsmedizin konnte ihren Tod verhindern, erinnerte der Kardinal daran, dass wir alle "mitten im Leben vom Tod umgeben sind". Das habe die Nachricht vom Tod Prokops zum Jahreswechsel bewusst gemacht und wichtig scheinende Dinge relativiert. Schönborn warf die Frage auf: "Sind wir, bin ich auf einen so plötzlichen Tod vorbereitet?" Liese Prokop sei es gewesen - durch ein Leben voller Einsatz, Hingabe und erfüllter Menschlichkeit.

Schubertmesse mit Sängerknaben
Die Schubertmesse mit den Wiener Sängerknaben wurde von der Familie der Innenministerin mitgestaltet. Nichte Elisabeth Sykora sang u.a. das Ave Maria, Schwester Edith Zeh trug die Lesung - aus dem Hebräerbrief, auf den Schönborn in seiner Predigt Bezug nahm - vor.

"Soziales Herz"
"In den Fürbitten sprach Niederösterreichs Landespolizeikommandant Arthur Reis die Herzenswärme seiner "Chefin" an, deren zutiefst menschliche Einstellung Vorbild für ein konstruktives, harmonisches Miteinander in der Exekutive war. Für Landesrat Wolfgang Sobotka (V) war Prokop das "soziale Herz" des Bundeslandes. Minister Josef Pröll hob hervor, sie habe stets das Gemeinsame vor das Trennende gestellt - mögen die politischen Verantwortungsträger in diesem Sinne handeln. Nach dem Dank eines Versehrtensportlers berührte die von den drei Kindern der Innenministerin gemeinsam vorgetragene Fürbitte: Egal wie hoch ihre Position gewesen sei, das Wichtigste war ihre Familie.

Auf Großbildleinwand übertragen
Der Trauerakt selbst wurde für Gäste, die nicht in den Dom gelangten, auf einer Großbildleinwand übertragen. Die Menschen harrten trotz einsetzenden Regens aus. Der Trauerzug, der von der Landeshauskapelle zum Dom unterwegs war, umfasste laut Polizei ungefähr 1.500 Personen.

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