Rosenkranz als
Präsidentin gezeigt

FPÖ und die Hofburg

© TZ Österreich Niesner

Rosenkranz als Präsidentin gezeigt

Da schaut sie von Hunderten Großflächenplakaten: Vertrauen erweckend, die rot-weiß-rote Flagge zentral im Bild, an das Heimatbewusstsein der Wählerinnen und Wähler appellierend. Niederösterreichs FPÖ-Chefin Barbara Rosenkranz wird seit wenigen Tagen in ihrem Heimatbundesland schon wie eine Präsidentschaftskandidatin plakatiert. Zwar streitet Rosenkranz jeden Zusammenhang der aktuellen Kampagne zur bevorstehenden Präsidentschaftswahl im ÖSTERREICH-Interview vehement ab – doch die Absicht liegt auf der Hand. Hier findet ein Vorwahlkampf statt.

Dabei ist die Entscheidung, wen die Blauen in die Bundespräsidentenwahl am 25. April gegen Heinz Fischer ins Rennen schicken wollen, noch gar nicht gefallen. Doch in der FPÖ bahnt sich eine Kraftprobe zwischen der Wiener Parteizentrale und St. Pölten an: Rosenkranz’ Klubchef im Landtag, Gottfried Waldhäusl, wird bei der Parteivorstandssitzung am kommenden Montag seine Landesparteichefin als Präsidentschaftskandidatin vorschlagen, wie er gegenüber ÖSTERREICH am Dienstag betonte: „Die gesamte Landesgruppe wünscht sich, dass Barbara Rosenkranz antritt.“

FPÖ-Chef Strache will selbst in den Ring steigen
Doch den Wienern rund um Parteichef Heinz-Christian Strache ist das gar nicht recht. Zum einen wollen Strache und seine Generalsekretäre Harald Vilimsky und Herbert Kickl die Entscheidung möglichst knapp vor Nennschluss am 26. März bekannt geben, um der politischen Konkurrenz keinen Zeitvorteil zu verschaffen. Und zum anderen spielt Strache – wie ÖSTERREICH bereits berichtete – immer nachdrücklicher mit dem Gedanken, selbst gegen Fischer anzutreten. Da kommen ihm die Absichten seiner Gegenspielerin aus Niederösterreich gar nicht recht.

Hofburg-Wahl als Turbo für die Schlacht um Wien?
Strache selbst rechnet sich aus, dass seine Kandidatur ihm einen Schub für die alles entscheidende Wiener Wahl im Oktober geben könnte. Konnte er doch bei bürgerlichen Wählergruppen bisher nicht punkten – ein staatstragender Anstrich bei der Hofburgwahl könnte dabei helfen. Nur: Nicht einmal Straches engste Vertraute sind sehr überzeugt. Könnte die Sache doch nach hinten losgehen, wenn der FPÖ-Chef beispielsweise unter der 20-Prozent-Marke bleibt.

Doch Strache wird auch für den Fall, dass Rosenkranz kandidiert, von den Plakaten lächeln. Damit auch er in diesem Fall an einem möglichen Rosenkranz-Achtungserfolg mitnaschen kann.

Die Landesrätin im ÖSTERREICH-Interview:
Barbara Rosenkranz wartet noch ab

ÖSTERREICH: Frau Landesrätin, Sie werden in Niederösterreich schon flächendeckend und staatstragend plakatiert. Das sieht so aus, als ob die Würfel für Ihre Bundespräsidenten-Kandidatur schon gefallen sind?
Barbara Rosenkranz: Aber nein, überhaupt nicht. Hier geht es um die Gemeinderatswahl am 14. März.

ÖSTERREICH: Aber Sie werden mit einer rot-weiß-roten Banderole oder Schärpe plakatiert. Das sieht doch wirklich wie eine vorgezogene Präsidentschaftskampagne aus.
Rosenkranz: Jeder Gemeinderatskandidat wird mit einer rot-weiß-roten Fahne plakatiert. Das ist seit jeher die freiheitliche Werbelinie und hat nichts zu bedeuten.

ÖSTERREICH: Ihr Klubobmann Gottfried Waldhäusl wird am kommenden Montag vorschlagen, Sie gegen Fischer aufzustellen.
Rosenkranz: Hier ist noch nichts entschieden. Die Partei wird das zu gegebener Zeit beraten.

ÖSTERREICH: Schließen Sie aus, dass Sie antreten?
Rosenkranz: Dazu kann ich jetzt wirklich nichts mehr sagen.

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