07. September 2010 17:32

Neuer Ausweis 

Rote Karte für Asylwerber

Wer "Rote Karte" erhält, wird sofort von der Polizei kassiert.

Rote Karte für Asylwerber
© TZ Österreich / Kernmayer

Am 1. Jänner 2011 tritt die nächste Verschärfung des Asylrechts in Kraft: „Asylwerber bekommen eine rote Karte, einen Ausweis, an dem jeder Exekutivbeamte erkennt, dass der Asylwerber sich eigentlich in der Erstaufnahmestelle aufhalten müsste“, so ÖVP-Innenministerin Maria Fekter. Wer außerhalb des Asyllagers mit dieser Karte angetroffen werde, werde sofort von der Polizei kassiert – und ins Lager zurück verfrachtet. Notwendig war laut Fekter diese neue Verschärfung geworden, weil eine regelrechte Asylwelle über Österreich schwappt: Von Jänner bis Ende August stieg die Zahl der Asylwerber um 62 Prozent von 799 auf rund 1.300 pro Monat. Von diesen Asylwerbern taucht laut Fekter jeder vierte ab – 1.510 Menschen verschwanden aus den Erstaufnahme-Zentren. Obwohl die SPÖ sich gegen eine „Kasernierung“ gewehrt hatte, dürfen Asylwerber künftig nach Antragstellung fünf Werktage lang nicht aus den Erstaufnahmezentren wie Traiskirchen oder Thalham hinaus. In der Zeit soll die Erstabklärung erfolgen, etwa ob Österreich, oder ein anderer EU-Staat zuständig ist. „Wer regulär ins Asylverfahren kommt, erhält eine grüne Karte“, so Fekter. Noch ist nicht ganz fix, wie die rote Karte aussehen wird. Sie soll zum einen ein Ausweis mit Foto sein, zum anderen soll vermerkt werden, welche der folgenden Stationen bereits absolviert worden sind: l Antrag bei der Polizei l Fingerabdruck-Abgleich, ob in anderen EU-Staaten Asyl beantragt wrude. l Medizinische Untersuchung mit Röntgen zur Altersfeststellung. l Erste Befragung im Bundesasylamt mit Feststellung der Muttersprache. l Aushändigung der schriftlichen Information über Rechte und Pflichten. l Zuweisung zu psychotherapeutischer Betreuung und Rechtsberatung. l Zimmerzuteilung. Caritas-Chef und SP-Frauen gegen Fekter. Schon jetzt kündigt sich Widerstand im SP-Klub an: „Ich sehe nicht die Notwendigkeit für dieses Gesetz“, sagt etwa Sonja Ablinger. Kollegin Petra Bayr : „Wenn der Supermarkt-Besuch zu Haft führt, nennt man das Einsperren. Dazu wird es Debatten geben.“ Kritik kommt auch von Caritas-Chef Franz Küberl: „Diese Menschen kommen aus Ländern, in denen Wegsperren normal ist. Sie sollten einen Unterschied merken, wenn sie hier ankommen.“


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4 Postings
sigi1190 meint am 10.09.2010 09:55:24 ANTWORTEN >
Hi, wernsch
Als Grundwehrdinner ist man 42 Tage = 6 Wochen kaserniert, nicht wist du schreibst, in den ersten Wochen/tage.
Da hatten wir auch KEINEN AUSGANG!!!!!!! Das kann man jeden Menschen zur Überprüfung der Daten zumuten!!(Außer gebürtigen Österreicher!). Gruß sigi 1190
Andy323 meint am 08.09.2010 08:21:24 ANTWORTEN >
Sonderbar. Heute schreibt ein Hr.Fellner in "Österreich", die neuen Asylregeln sind gut. Genau solche Regeln fordert die FPÖ schon seit Jahren und wurde von genau diesem Hr.Fellner täglich aufs übelste verunglimpft und als Nazi-Partei hingestellt. Jetzt, wo diese Regeln von rot und schwarz beschlossen wurden, sind sie plötzlich gut.
karpfen meint am 08.09.2010 05:21:23 ANTWORTEN >
Ein Foto von ihr reicht, ist Abschreckung genug!
wernsch meint am 07.09.2010 21:30:16 ANTWORTEN >
Wenn jemand aus einem Land kommt wo sein Leben bedroht ist wird derjenige sich kaum beschweren wenn er einige Tage an einem sicheren Ort verbringen muss (Scheinasylanten oder kriminelle Personen sollen ohnedies aussortiert werden). Zudem sei hier auch angemerkt dass Grundwehrdiener auch in den ersten Wochen/ Tagen keinen keinen Ausgang aus der Kaserne haben, wo bleibt da ein Aufschrei - "also sollte man die Kirche doch im Dorf lassen", denn ich kann mir nicht vorstellen dass hilfbedürftige Menschen gegen diese Regelung, zudem bei bester Versorgung, etwas auszusetzen haben!
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