FPÖ soll 600.000 Euro zurückzahlen

Rumpold-Affäre

FPÖ soll 600.000 Euro zurückzahlen

„Diese Anklage hat er uns zu verdanken. Langsam bekommen wir sie alle dran“, kommentierte der Aufdecker Peter Pilz die Anklage gegen Gernot Rumpold mit Genuss. Gestern wurde bekannt: Der frühere FPÖ-Werber (er war der Mann fürs Grobe in Haiders Buberlpartie) und Ex-Telekom-Vorstand Rudolf Fischer werden sich wegen Verdachts der Untreue vor Gericht verantworten müssen. Es drohen bis zu zehn Jahre Haft.

Verzicht auf FPÖ-Honorar
Der Hintergrund der Anklage: Rund um den EU-Wahlkampfs 2004 sollen von der Telekom Austria ohne Wissen der Aktionäre und „ohne adäquate Gegenleistung“ 600.000 Euro an Rumpolds Werbeagentur mediaConnection geflossen sein. Verdächtiges Detail: Im Gegenzug verzichtete Rumpold auf offene Forderungen seiner Werbeagentur gegenüber der FPÖ. Aus diesem Grund vermutet die Staatsanwaltschaft illegale Parteienfinanzierung und fordert wegen „unrechtmäßiger Bereicherung“ die Rückzahlung der 600.000 Euro durch die FPÖ.

FPÖ dementiert
Die FPÖ ist bemüht, Gelassenheit zu demonstrieren. Generalsekretär Herbert Kickl hält fest, dass es keinerlei Unterlagen gibt, die einen Zusammenhang zwischen dem Forderungsverzicht von Rumpolds Werbeagentur gegenüber der FPÖ und der Telekom Austria auf der anderen Seite herstellen.

Strache: Firma mit Rumpold
SPÖ-Geschäftsführer Werner Kräuter sieht das anders: „Strache hatte zu der Zeit, als die Malversationen stattfanden, eine Firma mit Rumpold. Ich gehe davon aus, dass Strache endlich sein Wissen oder seine Beteiligung an dem Deal eingesteht und sich nicht weiter mit faulen Ausreden vor der Verantwortung drückt.“ Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung.

Ex-Telekom-Vorstand: 
Zweite Anklage
Der Ex-Telekomvorstand Rudolf Fischer wird sich 2013 warm anziehen müssen. Denn er hat bereits zwei Anklagen wegen Untreue am Hals.

Im Oktober 2012 erhob die Staatsanwaltschaft gegen Rudolf Fischer, Heinz Sundt und Stefan Colombo sowie den Ex-Telekom-Prokuristen Josef F. Untreue-Anklage im Zusammenhang mit einem Aktienoptionsprogramm für 95 Führungskräfte. Es besteht der Verdacht der Kursmanipulation. Der Schaden soll 10,6 Mio. Euro betragen. Gestern kam die zweite Untreue-Anklage in der Causa Rumpold dazu.

Diashow Rumpold: Auftritt vor dem U-Ausschuss

Der frühere FPÖ- und BZÖ-Werber muss Rede und Antwort stehen

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