20. April 2009 12:38
"Claudia Schmied ist Bildungsterrorist" oder "Wir wollen
mehr: Bildungsmilliarde jetzt!" - Mit solcherlei Sprüchen hat am
Montagvormittag eine bunt gemischte Schar von Schülern in Wien ihrem Unmut
über Pläne der SPÖ-Unterrichtsministerin bezüglich einer höheren
Unterrichtsverpflichtung für Lehrer sowie das von Finanzminister Josef Pröll
(V) zur Verfügung gestellte Bildungsbudget Luft gemacht.
Zum "Streik" aufgerufen hatten unter anderem die SP-nahe Aktion
Kritischer SchülerInnen (AKS) und die linke Jugendorganisation "Revolution".
Laut Polizei tummelten sich rund 2.500 Jugendliche am Stephansplatz, von wo
aus sich ab 9.30 Uhr der Pchüler in rotestzug in Richtung Minoritenplatz in
Bewegung setzte.
Einige Botschaften richteten sich dezidiert gegen die Ministerin. So zog
etwa eine Schülerin mit kopiertem Schmied-Konterfei, dem sie mittels
Filzstift rote Teufelshörner verpasst hatte, zu Felde. Andere wiederum
schwenkten ein Transparent mit der Aufschrift "Ihr zerschmiedet unsere
Zukunft" und forderten "Solidarität mit den LehrerInnen!".
Ausdrücklich gegen die sozialdemokratische Bildungspolitik traten Vertreter
der Organisation "Revolution" auf. "Die SPÖ kämpft nicht für
uns, sondern gegen uns. Die SPÖ ist keine Partei, die die Interessen von
Jugendlichen vertritt", verlautbarte ein Anhänger der Jugendinitiative
via Megafon.
Die AKS - unterstützt vom Verband Sozialistischer StudentInnen (VSSTÖ) - sah
hingegen vorrangig Handlungsbedarf bei Finanzminister Pröll und versuchte,
Tafeln mit Slogans wie "Wir wollen mehr: Bildungsmilliarde jetzt!"
unter die Leute zu bringen. Unterstützt in ihren Forderungen wurden die
Jugendlichen vereinzelt auch von älteren "Semestern". "Ich
bin gegen zwei Stunden Mehrarbeit", begründete ein Pensionist gegenüber
der APA sein Engagement.
Doch nicht nur Bildung wurde beim "Schülerstreik"
thematisiert: Zahlreiche Organisationen nahmen die Demo zum Anlass, um auf
eigene Kundgebungen aufmerksam zu machen. Mittels Folder wurde etwa für ein
Sommerseminar in Kärnten unter dem Titel "Geld oder Leben. Die
letzte Wahl", für eine "Smash Racism"-Veranstaltung oder
die Aktion "Krieg in Gaza! Party in Tel Aviv?" mobil gemacht.
3.000 Schüler in Salzburg
In Salzburg haben sich nach
Schätzungen der Polizei gut 3.000 Schüler an der Kundgebung beteiligt. Dazu
aufgerufen hatten die Landesschülervertretung, SPÖ-nahe
Schülerorganisationen sowie die Schülervertretungen einzelner Schulen.
Unterstützt wurde die Aktion von der Gewerkschaftsjugend, deren Bus auch die
Bühne für die Sprecher bildete. Die Jugendlichen trafen sich vor dem
Hauptbahnhof, von wo aus sie rund eine Stunde lang bis zum Mozartplatz
zogen, wo der Salzburger Landesschulrat seinen Sitz hat.