SPÖ-Angriff auf Kurz-Missen sorgt für Eklat

"Frauenfeindlich"

SPÖ-Angriff auf Kurz-Missen sorgt für Eklat

Im Nationalratswahlkampf zürnt die ÖVP Burgenland SPÖ-Bundesgeschäftsführer Georg Niedermühlbichler, der in einer Aussendung von "politisch unbedarften Quereinsteigerinnen" im Team von ÖVP-Spitzenkandidat Sebastian Kurz gesprochen hatte. ÖVP-Landesparteiobmann Thomas Steiner sah am Freitag die Bundes-SPÖ "auf einem moralischen und politischen Tiefpunkt angelangt" und forderte eine Entschuldigung.
 
Der SPÖ-Politiker hatte auch die Frage aufgeworfen, "welche politischen Konzepte eine Miss Burgenland, eine Ex-Miss Austria oder eine Weinkönigin einbringen können". Niedermühlbichler wende offenbar jetzt das an, "was er von Tal Silberstein in den letzten Monaten gelernt hat", meinte dazu Steiner vor Journalisten: "Er beleidigt junge, erfolgreiche Frauen, die sich als Kandidatinnen für die ÖVP zur Verfügung stellen." Sowohl Miss Burgenland (Margot Pölz, Anm.) als auch Weinkönigin Anna Reichardt (Anm.) waren auf Vorschlag des ÖVP-Landesparteiobmannes für die Landesliste nominiert worden.
 
Gerade die zwei von Niedermühlbichler kritisierten Frauen seien in ihrem Beruf erfolgreich, meinte Steiner: Die eine führe mit 22 Jahren einen relativ großen landwirtschaftlichen Betrieb, die andere arbeite im eigenen Weinbaugebiet zu Hause und sei in einer Vinothek in Eisenstadt angestellt.
 
Er glaube, dass es "mehr als angebracht" sei, dass sich die SPÖ "zumindestens öffentlich entschuldigt, wenn man sich so gegen junge Frauen stellt". Es sei "nicht akzeptabel, dass man Kandidatinnen einer anderen Partei derartig abqualifiziert. Das ist frauenfeindlich, das ist jugendfeindlich", stellte Steiner fest.
 
Er hätte gehofft, dass sich zumindest die burgenländische SPÖ von solchen Aussagen distanziere. Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) schlage jedoch mit seinen Aussagen in dieselbe Kerbe, meinte Steiner. Niessl habe noch vor wenigen Tagen zur burgenländischen Weinkönigin, die demnächst zur österreichischen Weinkönigin gekürt wird, keine Berührungsängste gehabt. Jedoch: "Kaum dokumentiert eine Person, dass sie nicht auf der Linie der SPÖ ist, sind sie nicht mehr zu brauchen, sind sie schlecht, sind sie nicht kompetent genug".
 
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