26. April 2008 20:51
Die von ÖSTERREICH enthüllte Regierungs-Einigung über das Rauchergesetz
sorgt in der SPÖ bereits für Ärger: „Halbherzige Lösungen wie diese führen
letztlich zu einem Chaos. In Wahrheit ist das ein absoluter Nonsens“,
polterte am Samstag der steirische SPÖ-Gesundheitslandesrat Helmut Hirt. So
wie die Steirer fordern auch die Kärntner Roten ein generelles Rauchverbot.
- ÖVP-Ministerin Andrea Kdolsky hatte sich mit ihrem roten Gegenüber
Erwin Buchinger im Wesentlichen auf einen Kompromiss geeinigt, der
kommende Woche besiegelt wird. Im Detail sieht die Einigung für
rund 75.000 Betriebe so aus:
- Raucher-Freiheit für Mini-Lokale: Ein-Raum-Gaststätten benötigen
gar keine Nichtraucherzone, wenn sie nur bis zu 50 Quadratmeter Fläche
groß sind.
- BH-Bewilligung nötig: Für Lokale zwischen 50 und 80
Quadratmetern wird folgende Regel gelten: Wenn eine Unterteilung in zwei
Räume nicht möglich ist, braucht der Wirt den Sanktus der
Bezirkshauptmannschaft, um ein Raucher-Lokal führen zu dürfen.
- Übergangsfristen für größere Lokale: Alle
Gastronomie-Betriebe über 80 Quadratmeter Fläche müssen
verpflichtend einen zweiten Raum für den Nichtraucherschutz
einrichten. Dafür erhalten sie allerdings eine Übergangsfrist
von bis zu zwei Jahren.
- Wirksam ab 2009: Das Rauchergesetz wird noch im Mai vom Ministerrat verabschiedet,
wirksam wird die Reform höchstwahrscheinlich ab 1. Jänner ’09.
- Mehr Schutz für Arbeitnehmer: Parallel zu den Verhandlungen der
Regierung einigten sich Gewerkschaft und Wirtschaftskammer auf ein Paket
für die rund 150.000 in der Gastronomie Beschäftigten. In
Raucher-Lokalen dürfen Arbeitnehmer künftig kündigen und
dennoch die vollen Abfertigungsansprüche behalten. Zudem müssen
Lehrlinge in Nichtraucher-Sektoren ausgebildet werden. Ebenfalls im
Paket ist ein Gesundheitscheck, der alle zwei Jahre möglich ist.