SPÖ und ÖVP im Sinkflug

ÖSTERREICH-Umfrage

SPÖ und ÖVP im Sinkflug

Das Image der Koalitionsparteien hat durch den Streit der letzten Tage offenbar noch dramatischer gelitten als befürchtet. In der neuesten Gallup-Umfrage für ÖSTERREICH (befragt wurden Donnerstag/Freitag 800 Personen repräsentativ für die Gesamtbevölkerung) stürzen SPÖ und ÖVP in der Gunst der Wähler so stark ab wie nie zuvor. In nur einer Woche verliert die ÖVP 2 Prozent, die SPÖ sogar 3 Prozent.

Tiefststand in der Wählergunst
Die ÖVP würde bei einer Neuwahl nur mehr 31 Prozent erreichen (3 Prozent weniger als bei der letzten Wahl). Die SPÖ würde mit nur mehr 29 Prozent sogar einen historischen Tiefstand erreichen - sie liegt gleich 6 Prozent unter ihrem letzten Wahlergebnis. Noch nie in ihrer Geschichte lag ein SPÖ-Wert unter der 30-Prozent-Marke. Die ÖVP wäre also im Fall von Neuwahlen stärkste Partei.

Neue Verhältnisse
Im Gegenzug legen die Oppositionsparteien zu: Die Grünen erreichen einen Rekordwert von 17 Prozent (6 Prozent mehr als bei der letzten Wahl), die FPÖ verbessert sich auf 15 Prozent. Sogar das BZÖ schafft locker 6 Prozent. Eine Neuwahl würde somit ein politisches Erdbeben bringen.

47 Prozent für Steuerreform
Der Befreiungsschlag des Kanzlers in der ORF-Pressestunde wird von den Wählern somit (noch) nicht belohnt. Zwar ist die Meinung der Bevölkerung eindeutig: Die ÖVP mit Molterer und Schüssel ist an der Koalitionsmisere schuld, sagen 31 Prozent der Wähler - nur 21 Prozent geben die Schuld der SPÖ.

Erstmals spricht sich auch eine klare Mehrheit der Wähler für die von Gusenbauer geforderte frühere Steuerreform aus: 47 Prozent aller Österreicher sind der Meinung, dass man die Steuerreform auf Anfang 2009 vorziehen sollte. Nur mehr 38 Prozent der Wähler glauben, dass man mit der Steuerreform wie ursprünglich geplant bis 2010 warten kann.

Niemand will Neuwahlen
Aber: Die große Mehrheit von 58 Prozent lehnt auch nach dem Streit der letzten Wochen Neuwahlen ab. Nur 31 Prozent der Österreicher halten Neuwahlen für die richtige Idee. Auf die derzeit hoffnungslose Situation der Regierung angesprochen, ist das Wählervotum eindeutig: 70 Prozent fordern, die Regierung soll sich um einen Kompromiss bemühen und weiterarbeiten. Nur 23 Prozent befürworten ein Ende der Regierung.

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