Saualm-Asylwerber feiern in einer Pension

Notunterkunft

Saualm-Asylwerber feiern in einer Pension

Jene Asylwerber, die am Montag die "Sonderanstalt" auf der Kärntner Saualm auf eigene Faust verlassen haben, werden den Weihnachtsabend in einer Pension in Krumpendorf verbringen. Die Flüchtlinge kritisieren die mangelnde medizinische Versorgung und wollen auf keinen Fall auf die Saualm zurück. Organisiert hat die Notunterkunft Rolf Holub, der Landessprecher der Grünen und Mitglied des Aktionskomitees für Toleranz und Menschlichkeit. Keinen Handlungsbedarf sieht weiterhin das Land Kärnten.

"Ich mache das nicht als Grüner, sondern aus Menschlichkeit", erklärte Holub. Er werde versuchen, die Asylwerber mit Spenden "ein paar Tage über Wasser" zu halten. "Dann werden wir aber eine Lösung brauchen, und das ist Aufgabe des Flüchtlingsreferates", meinte Holub.

Asylwerber könnten aus der Grundversorgung fallen
"Die Grundversorgung ist aufrecht, allerdings auf der Saualm", sagte Gernot Steiner, Flüchtlingsbeauftragter des Landes. Sollten die Asylwerber nicht bis zum 25. Dezember dorthin zurückkehren, würden sie aber aus der Grundversorgung genommen. Was danach passiere, sei "nicht mehr Sache des Landes", erklärte Steiner.

Private Unterbringung "rechtlich in Ordnung"
Bisher habe niemand vom Flüchtlingsreferat mit den Betroffenen gesprochen. "Man kann sie nicht zwingen, auf der Saualm zu bleiben", erklärte Steiner. Die private Unterbringung der Männer sei "rechtlich in Ordnung", allerdings könne es ein Problem geben, weil die festgelegte Quote für Asylwerber in einem Bezirk überschritten werden könnte.

Die mangelnde medizinische Versorgung der Männer stellte Steiner in Abrede. Es lägen minuziöse Aufzeichnungen von Besuchen bei Ärzten und genaue Stundenpläne von psychologischen Betreuungen vor. Ein Methadonabhängiger sei etwa täglich zur Apotheke und zum Arzt ins Tal geführt worden, erklärte Steiner.

Anders sieht das Rolf Holub: "Unter den Männern sind Hepatitis-Kranke, einer mit einer schwersten Gelenksentzündung und schwerst Traumatisierte. Sie alle brauchen intensive Betreuung, die sie auf der Saualm offenbar nicht bekommen haben".

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