Schlacht um Nummer 1 der Steiermark

Wahlkrimi

Schlacht um Nummer 1 der Steiermark

Irgendwie umweht ihn bei allem Siegeswillen oft auch ein Hauch von Wehmut: Nachdem Franz Voves voll auf die Tränendrüse gedrückt und als Heimatlied-Gitarrero sogar einen ziemlich schnulzigen Jodler zum Besten gegeben hatte, entfleuchte ihm halb unabsichtlich bei seinem letzten Wahlkampfauftritt in Mürzzuschlag am Donnerstag ein verräterischer Satz: „Passt mir auf, dass ich nicht als Sänger eine vierte Karriere starten muss.“ Der Sager ging in „Zugabe-Chören“ der Jung-Genossen unter. Einen wahren Hintergrund hat er trotzdem:

Nach den Karrieren als Eishockey-Nationalspieler, Versicherungsmanager und Landeshauptmann muss er sich ab Sonntag vielleicht ein neues, viertes Betätigungsfeld suchen: „Wenn ich verliere, gehe ich aus der Politik.“

Davor gab Voves freilich noch einmal Vollgas: Freitagabend kämpfte er Seite an Seite mit Kanzler Werner Faymann auf den Kasematten der Grazer Burg um jeden Wähler. „Niemand weiß, wie viele Grazer SP-Wähler durch lokale Querelen nicht mobilisiert werden. Niemand weiß, wie viele in der Obersteiermark zur wieder erstarkten FP wechseln“, analysiert Polit-Experte Peter Filzmaier.

Filzmaier: „Mobilisierung entscheidet über Platz 1“
„Der Wettlauf um den ersten Platz ist derzeit ein totes Rennen. Es gibt 24 Stunden vor der Wahl noch so viele Unbekannte bei der Mobilisierung, dass niemand sagen kann, wer als Erster durchs Ziel geht“, so der Politologe.

Voves bleibt eisern optimistisch: Obwohl es knapp werde, würden ihm der Rückgang der Arbeitslosigkeit, die anspringende Konjunktur, die der Kanzler als Frohbotschaft mitbrachte, und die SP-Linie für Reichensteuern Platz 1 retten.

VP glaubt an „Sensation“ bei der Steiermark-Wahl
Eine Einschätzung, die man beim VP-Abschluss-Event so gar nicht teilen mochte: „Die Sensation ist möglich“, beschworen VP-Vizekanzler Josef Pröll und Kandidat Hermann Schützenhöfer im Grazer Pfauengarten ihre Fans. Schützenhöfer, vom Wahlkampfmarathon sichtlich mitgenommen, hatte schon resigniert geklungen: „Hoffentlich kommen ein paar Leut’ wegen mir, nicht nur wegen des Konzerts der Seer.“ Das ließ Optimist Pröll freilich nicht gelten: „Hermann, du schaffst es.“

Der fulminante VP-Sieg bei Betriebsratswahlen der Post am Freitag sei der richtige Rückenwind zur rechten Zeit dafür.

Autor: (gaj)
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