01. September 2012 23:10

Wehrpflicht 

Schlammschlacht um das Bundesheer

Thema spaltet das Land, eine knappe Mehrheit tritt derzeit für ein Profi-Heer ein.

Schlammschlacht um das Bundesheer
© TZ ÖSTERREICH/Trimmel/Bruna

Die aktuelle Gallup-Umfrage für ÖSTERREICH zeigt: Die Frage, soll die Wehrpflicht bleiben oder nicht, spaltet Land.

Hier geht's zum Voting.

Lesen Sie mehr: Häupl: "Wir wollen Freiwilligen-Armee" >>>

■ Knappes Ja
Das Ergebnis der Volksbefragung ist derzeitig nicht vorherzusagen: (Hochgerechnete) 51 Prozent sind für den Plan von Verteidigungsminister Norbert Darabos, ein Profi-Heer einzuführen, 49 % dagegen. Die Befragung wird zum Thriller: Männer sind für die Beibehaltung der Wehrpflicht (56:44 %), Frauen für das neue Freiwilligen-Heer (43:57 % für das Berufsheer). In Wien gibt es eine Mehrheit für das Berufsheer (53:47 %), in Niederösterreich eine knappe Mehrheit für die Wehrpflicht (51:49 %).

■ 4,7 Millionen gehen hin
75 % wollen zur Befragung gehen – umgerechnet auf 6,3 Millionen Wahlberechtigte wären das 4,7 Millionen.

■ Katastrophenschutz klappt
Die ÖVP wettert, dass nicht nur der Katastrophenschutz gefährdet sei – sondern auch der Zivildienst. Die Österreicher sehen das gelassener: 50 % glauben, dass auch ein Berufsheer anstehende Katastrophen bewältigen kann – 42 % folgen der ÖVP-Argumentation.

ÖSTERREICH-Umfrage zur Wehrpflicht
http://images02.oe24.at/HERO.jpg/storySlideshow/77.254.902
Sind Sie für Wehrpflicht oder Berufsheer?
Knappe 51 Prozent (hochgerechnet) sind für eine Berufsheer.
http://images02.oe24.at/HERO.jpg/storySlideshow/77.254.939
Werden Sie zur Volksbefragung gehen?
75 Prozent wollen bei der Volksbefragung abstimmen.
http://images03.oe24.at/HERO.jpg/storySlideshow/77.254.944
Schafft Profi-Heer Katastrophenschutz?
50 Prozent sagen: "Berufsheer bewältigt Katastrophenschutz."

In der Koalition wird der Ton in Sachen Berufsheer indes zusehends rauer: Im
Duell zwischen Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) und SPÖ-Verteidigungsminister Norbert Da­rabos fliegen die Fetzen. Mikl wirft ihrem Regierungskollegen vor, die Gesundheit der Bevölkerung mit seinem Modell zu gefährden: „Kommt die Rettung in zehn Minuten – oder halt erst in 30 Minuten? Da geht es um Menschenleben.“ Und Darabos prangert wieder „ÖVP-Untergriffe“ an.

Befragung am 13. Jänner, Berufsheer startet 2014
Schon kristallisiert sich ein Termin für die Befragung heraus: Darabos sprach sich für den 13. Jänner 2013 aus, kann sich aber auch den 20. Jänner vorstellen. Wenn die Volksbefragung positiv ausfällt, könne das Profi-Heer schon im Jahr 2014 starten, so der SPÖ-Minister.

Innenministerin: "Da geht es um Menschenleben"

ÖSTERREICH: Sie müssen mit Darabos die Fragen für die Volksbefragung festlegen. Ein Riesenstreit?
Johanna Mikl-Leitner: Nein, ich glaube, dass wir uns bis Mitte September einigen. Ich bin für eine einfache Frage, die für jeden zu verstehen ist. Sollen der Wehrdienst und der Zivildienst erhalten bleiben – ja oder nein?

ÖSTERREICH: In Ihrer Fragestellung soll auch der Zivildienst vorkommen?
Mikl-Leitner: Es soll den Leuten klar sein, worum es geht. Nämlich auch um den Erhalt der sozialen Dienste – angefangen von der Rettung, Krankenpflege bis hin zur Behindertenbetreuung. Es geht um die Frage: Kommt die Rettung in zehn Minuten – oder halt erst in 30 Minuten? Da geht es um Menschenleben.

ÖSTERREICH: Jetzt sagt aber Darabos, der Zivildienst ist durch ein Freiwilligenmodell zu ersetzen.
Mikl-Leitner: Ich glaube das nicht. Sehen Sie sich doch Länder an, die die Wehrpflicht abgeschafft haben: Dort werden bei Weitem nicht ausreichend Freiwillige gefunden – das ganze Ehrenamt ist doch in Gefahr.

ÖSTERREICH: Wie hält die Koalition den Streit aus?
Mikl-Leitner: So professionell sind wir schon: Auf der einen Seite führen wir die sachliche Auseinandersetzung – auf der anderen Seite arbeiten wir gut zusammen.

ÖSTERREICH: Ihr Kollege Schützenhöfer will auch Frauen zum Dienst verpflichten. Und Sie?
Mikl-Leitner: Das ist eine Einzelmeinung, die ich nicht teile und die keine Rolle bei der Volksbefragung spielt.
 

Verteidigungsminsister: "Erstaunt über VP-Untergriffe"

ÖSTERREICH: Erwarten Sie einen Streit über die Fragen der Volksbefragung?
Norbert Darabos: Ich will mich mit Ministerin Mikl-Leitner rasch einigen, wenn möglich noch in der kommenden Woche.

ÖSTERREICH: Die ÖVP will fragen, ob Wehr- und Zivildienst bleiben. Sie würden lieber 2 Modelle vorlegen?
Darabos: Genau. Es geht ja um die Alternative zur Wehrpflicht, also um die von mir geforderte Profi-Armee. Das sollte auf jeden Fall enthalten sein.

ÖSTERREICH: Wann soll die Volksbefragung konkret stattfinden?
Darabos: Ich würde meinen, der 13. Jänner wäre ein guter Termin, aber es ist auch der 20. möglich.

ÖSTERREICH: Droht bis dahin nicht eine Schlammschlacht? Ministerin Mikl-Leitner sagt, es gehe um Menschenleben.
Darabos: Ich bin schon überrascht über diese Untergriffigkeit. Es ist völliger Unsinn, dass dann die Rettung länger brauchen würde. Wir haben einen Ersatz für den Zivildienst vorgesehen. Ich sehe das als verzweifelten Versuch jener, die diese Reform verhindern wollen. Ich hoffe auf Sachlichkeit und nicht auf eine Horrorszenario-Kampagne, so wie es in den ersten Tagen leider gewirkt hat.

ÖSTERREICH: Sie garantieren: Rettung und Katastrophenschutz sind gesichert?
Darabos: Natürlich.

ÖSTERREICH: Treten Sie zurück, wenn Sie die Befragung verlieren?
Darabos: Ich werde niemanden den Gefallen machen, die Volksbefragung zu einer über meine Person zu machen. Ich werde es nach der Volksbefragung bekannt geben.

Interviews: G. Schröder




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11 Postings
kirsanno meint am 03.09.2012 09:13:33 ANTWORTEN >
War selbst beim BUNDESHEER und es war enorm wichtig für das weitere LEBEN WEHRPFLICHT&ZIVILDIENST ( Ja ) Berufssöldner (NEIN !!!) WAS? ist der HINTERGEDANKE dabei ? Jetzt sind die FPÖ und ÖVP gefordert ! FPÖ Chef HC STRACHE soll endlich zeigen das er die österreichische Bevölkerung mobilisieren kann für die Beibehaltung der WEHRPFLICHT/ZIVILDIENST oder abtreten!!!!
kirsanno meint am 03.09.2012 09:09:30 ANTWORTEN >
Keine PRÄTORIANER wie im alten ROM! ÖSTERREICH braucht keine SÖLDNER TRUPPE!!! Viele Militätexperten warnen davor! selbst der US Verteidigungsminister meinte: " Gebe es in Amerika eine Wehrpflicht und keine Freiwilligen Armee, dann wären wir niemals im IRAK, Afghanistan....Wer bitte meldet sich denn für eine PROFI ARMEE ! Wünsche mir für die nahe ZUKUNFT einen österreichischen Verteidigungsminister von der ÖVP oder der FPÖ, am besten jemanden der selbst (Reserve) Offizier ist!
kirsanno meint am 03.09.2012 09:05:34 ANTWORTEN >
STERREICH bracht absolut keine SÖLDNER TRUPPE ! Die WEHRPFLICHT und der ZIVILDIENST soll bleiben ! Unbestritten! das HEER gehört modernisiert und weniger Häuptlinge und mehr moderne Geräte !
Tunichtgut meint am 03.09.2012 08:04:30 ANTWORTEN >
Zillertaler333 meint am 01.09.2012 20:41:43
um die Vollkoffer einiges klarzustellen was die nicht ahnen,dass die roten dem sinn haben, die berufsheer nur für den Politischen bedarf zugestellt wird,sodass aufs Volk keinen schutz gebühren wird,so hinterfotzig wurde das von den roten ausgedacht.Also Wehrpflicht sollte angesagt werden.Wehrpflicht JA

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@Sedlatschek alter Schluchtenfreund, ich weiß zwar jetzt nicht was du mit deinem posting rüberbringen willst - da der Hieroglyphenentzifferer über das Wochenende frei hat, aber es klingt sehr vernünftig! lol!
Geht´s da um die Wehrpflicht?
Bist du dafür oder dagegen?

p.s. heißt dein Hund Jakob ? Wie soll ich mich bei ihm melden , mit „wau wau“ oder wuff ?
Ach so noch was, darf ich mich jetzt nur melden wenn ich eine „Sie“ bin?


Zillertaler333 meint am 01.09.2012 11:09:07
Alles unerdenkliche von der Politik ,sollte vom Volk aus ignoriert werden gesteuert werden


könnte direkt von Plato sein...................
leopold.wedel (GAST) meint am 02.09.2012 22:49:14 ANTWORTEN >
ich bin für die einführung eines berufsheeres, warum soll den jungen leuten durch den Präsenzdienst lebenszeit gestohlen werden. ich selbst habe den wehrdienst gemacht, ausser negativem habe ich dabei nichts gelernt. die rekruten werden von ihren vorgesetzten nur ausgenützt.
Zillertaler333 meint am 02.09.2012 20:53:14 ANTWORTEN >
darabos war schon selbst ein wehrpflichtverweigerer.
Kein (GAST) meint am 02.09.2012 18:17:12 ANTWORTEN >
Bin schon für ein Berufsheer!
Da kann man die Versager der Gesellschaft besser ausmachen.
feriengast meint am 02.09.2012 17:47:38 ANTWORTEN >
Also einen Wehrdienstverweigerer als Verteidigungsminister,das gibt es nur in der
Bananenrepuplick Österreich!!Der hat doch keine Ahnung in diesen Ressort nur zum
Handaufhalten ist das zu wenig!!!
rubikon meint am 02.09.2012 17:07:45 ANTWORTEN >
Darabos will auch dann nicht zurücktreten, wenn sich die Mehrheit für die Wehrpflicht aussprechen sollte.
bertl66 meint am 02.09.2012 16:10:11 ANTWORTEN >
156 offiziere im generalsrang!!! wenn da nicht wer angst um seine pfründe hat. die reaktion von entacher ist verständlich. fürstliche bezahlung für null leisttung. wer soldat sein will soll berufssoldat werden. und die jugend soll generell, männlein und weiblein ein paar monate zu sozialdienst verpflichtet werden das schadet niemanden. bundesheer im jetzigen zustand ist zu teuer wegen der vielen häuptlinge mit fadenscheinigen behauptungen die reform torpedieren.
Vaterlandsverteidiger (GAST) meint am 02.09.2012 00:22:55 ANTWORTEN >
Der wehrdienstverweigernde Verteidigungsminister soll doch endlich seinen Hut nehmen!
Enough is enough!!!
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