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© APA/ B. Gindl

Schmied: "PISA wird Handlungsbedarf signalisieren"

Wie die Ministerin am Sonntag in der ORF-Pressestunde erklärte, wisse sie derzeit aber noch nichts über die Ergebnisse und habe keine Indizien für diese "persönliche Sicht". Die Ergebnisse sollen am 4. Dezember präsentiert werden. Die PISA-Studie hält Schmied so wie andere Studien für Belege, Analysen, Bestandsaufnahmen, deren Ergebnisse man analysieren werde. Neue Details über die inhaltliche Ausgestaltung der von ihr geplanten Modellversuche der Neuen Mittelschule gab Schmied kaum bekannt.

"Noten bleiben"
Schmied machte klar, dass man sich in den Modellversuchen durchgehend nicht von der Notengebung verabschieden werde. "Die Noten bleiben" und würden ergänzt durch verbale Beurteilung und die Einführung von Bildungsstandards. Dies sei entscheidend, um die Durchlässigkeit des Bildungssystems aufrecht zu erhalten. Dass nach vier Jahren Neue Mittelschule der Umstieg in die AHS nur mit Einsern und Zweiern möglich sei, stimme nicht, "das wäre sicher nicht zielführend". Zwei Lehrer pro Klasse werde es "nicht die ganze Zeit geben". Neue Mittelschulen müssten auch nicht unbedingt als Ganztagsschule geführt werden. Diese Themen müssten aber erst in den Modellplänen an den Standorten erarbeitet werden.

Projekt soll Erfolg werden
Dass immer mehr von den geplanten Standorten für Modellversuche zumindest 2008 nicht starten werden, irritiert Schmied nicht. Am Dienstag und Mittwoch seien ihre Mitarbeiter in diesen Regionen und würden Gespräche mit Landesschulräten und Direktoren der Schulen führen. "Ende nächster Woche werden wir genau Bescheid wissen, wo wir sind", sagte Schmied, der es wichtig ist, dass Modell im September 2008 gut vorbereitet starten können. "Ich will, dass das Projekt ein Erfolg ist, und da ist mir eine intensive Vorarbeit lieber als ein vielleicht überhasteter Start", so Schmied, die weiterhin die Neue Mittelschule "zur Regelschule" machen will.

Schmied war es "unverständlich, dass die Verhandlungen derart lang und mit dieser unglaublichen Vehemenz geführt werden mussten". Das Thema der Gemeinsamen Schule sei für die ÖVP ein ganz schwieriges, "durchaus vergleichbar mit einer Diskussion über Privatisierung vor 15 Jahren in der Sozialdemokratie". Darum sei es für sie so wichtig, dass "die Tür zumindest einen Spalt aufgemacht werden konnte, und wir in Modellversuchen unter Beweis stellen können, dass es möglich ist". Sie stimmte zu, dass der Spalt mit weniger als 30 von insgesamt mehr als 1.400 Schulen sehr klein sei, aber "das ist wie bei einer Weichenstellung, das ist eine sehr kleine Bewegung, aber man landet hier oder hier", so Schmied.

"Koalition ist nicht kaputt"
Die Einschätzung, dass die Koalition eigentlich kaputt sei, teilte Schmied nicht. Die Verhandlungen zur Schulreform seien "sehr schwierig" gewesen, drei andere Bildungsgesetze habe sie aber "ohne große Aufregung" und in "friktionsfreier Arbeit" mit der ÖVP bearbeitet. Dass Vizekanzler und VP-Chef Wilhelm Molterer den Lehrern eine Brief schrieb schien Schmied doch zu irritieren. Sie geht davon aus, dass dies ein Brief des Parteivorsitzenden und nicht des Finanzministers sei, "das ist für mich eine entscheidende Frage". "So kann es nicht gehen, dass ein Ressortminister an die Verantwortungsträger eines anderen Ressorts schreibt."

Verhältnis zu Gusenbauer "ausgezeichnet"
Das Verhältnis zu ihrem Parteivorsitzenden, Bundeskanzler Alfred Gusenbauer (S) beschrieb sie als "in den letzten Tagen und Wochen ausgezeichnet". Sie räumte aber ein, dass nach der von ihr vorgenommenen Bestellung von Dominique Meyer als Staatsoperndirektor, womit der von Gusenbauer bevorzugte Neil Shicoff nicht zum Zug kam, die "Stimmung nicht so ideal war".

Dass ein Treffen der SP-Regierungsmitglieder gestern, Samstag, im Bundeskanzleramt ein Krisentreffen wegen derer schlechter Umfragewerte gewesen sei, wies Schmied zurück. Solche Treffen gebe es "regelmäßig, um sich auszutauschen und Positionierungen abzuklären".

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