Sitzenbleiben in der Oberstufe abgeschafft

Nationalrats-Beschluss

Sitzenbleiben in der Oberstufe abgeschafft

Der Nationalrat hat am Donnerstag die „Modulare Oberstufe“ beschlossen. Damit ist das Sitzenbleiben so gut wie abgeschafft. Ab dem Schuljahr 2013/14 werden schrittweise alle 850 AHS und BMHS auf ein Modulsystem umgestellt.

Das heißt: Die Schulfächer werden semesterweise in Kursen abgehalten – bei bis zu zwei Nicht-Genügend im Zeugnis muss nur noch der Gegenstand wiederholt werden, nicht mehr die gesamte Schulstufe mit allen Fächern. Alle Module müssen positiv abgeschlossen werden, um zur Matura antreten zu können.

Modulsystem für die Oberstufe © TZ ÖSTERREICH

So funktioniert die Modulare Oberstufe:

  • Umstellung: Ab 2013/14 bis 2017 werden alle Oberstufen von AHS und BMHS zu Modulen.
  • Dauer der Module: Ein Modul läuft immer ein Semester lang.
  • Sitzenbleiben: Bei einer negativen Note müssen nur noch die Module wiederholt werden. Der Aufstieg in die nächste Klasse ist mit bis zu zwei Nicht-Genügend möglich, einmal während der Oberstufe auch mit drei.
  • Matura: Alle Module müssen vor der Matura positiv sein.

Schmied sieht Qualität in den Schulen gesteigert
„Die neue Oberstufe ist pädagogisch sinnvoll und ökonomisch wertvoll“, sagt Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ). Die Qualität in den Schulen würde dadurch gesteigert.

Das zweite Thema, das am Donnerstag den Nationalrat dominierte, war das Bildungsvolksbegehren: Die Forderungen, die knapp 384.000 Menschen unterschrieben haben, wurden erstmals im Parlament diskutiert – und zwar ungewohnt wohlwollend. Sogar ÖVP und FPÖ fanden in Teilbereichen Punkte, denen sie sich anschließen konnten. Der Grüne Harald Walser, der an der Initiative selbst aktiv mitgewirkt hatte, sah darin gar eine „Rettungsgasse für unsere Schule“.

Auf der Tribüne verfolgte Initiator Hannes Androsch die Debatte. Er ortete ein „hohes Maß an Übereinstimmung“ bei den Parteien: „Ich gehe davon aus, dass aus diesem nationalen Schulterschluss jetzt auch eine nationale Kraftanstrengung wird und vieles umgesetzt wird, was noch in Schubladen liegt“, sagt er zu ÖSTERREICH.

4.000 neue Lehrer durch die neue Mittelschule
Schmied konnte Androsch und Co entgegenhalten, dass in der Schule keineswegs Stillstand herrsche: 4.000 zusätzliche (Landes)-Lehrer werden es durch die Neue Mittelschule geben, die Senkung der Klassenschüler-Höchstzahl bringe weitere 5.000, dazu kommen noch hunderte Lehrer für Modulare Oberstufe und Sprachförderung. Insgesamt gebe es von 2008 bis 2018 10.000 zusätzliche Lehrer.

Autor: (knd)
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