So brutal wird dieser Wahlkampf

Van der Bellen gegen Hofer

So brutal wird dieser Wahlkampf

Eine ganzkörperverschleierte Frau, die für Van der Bellen wirbt: „Weil er dafür garantiert, dass ich als Frau respektiert werde und alle Rechte habe.“ Mit dieser „Satire“ mobbt FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache den Kandidaten der Gegner.

Frühstart. Die ersten Plakate sollen erst im September hängen – und auch das Fernsehen steigt erst dann in die neuerliche Bundespräsidentenwahl ein, die am 2. Oktober stattfinden wird, doch der Wahlkampf hat längst begonnen. Laut aktueller ÖSTERREICH-Umfrage scheint Hofer besser aus den Start­löchern zu kommen: Derzeit steht es 51 zu 49 % für den FPÖ-Kandidaten. ÖSTERREICH befragte die beiden Wahlstrategen Lothar Lockl (VdB) und Herbert Kickl (Hofer). Klar ist: Es ist längst Pfeffer im Wahlkampf. Und wie!

Hofer erstattet Anzeigen
 wegen »Manipulationen«

Nach Brexit Öxit? Eines der Hauptthemen wird der EU-Austritt Großbritanniens – und hier will Van der Bellen angreifen und Hofer in eine Reihe mit den Anti-EU-Rabauken Nigel Farage und ­Marine Le Pen stellen.

Volksabstimmung. Hatte doch Hofer innerhalb eines Jahres eine Volksabstimmung über einen österreichischen EU-Austritt (Öxit) verlangt. Inzwischen ruderte er zurück und Kickl stellt klar: Ein Öxit sei nur Plan B. „Nicht glaubwürdig“, heißt es dazu aus dem Van-der-Bellen-Lager. Doch das ist nicht der einzige Wahlkampf-Zwist.

Verzicht. Listig verlangt VdB-Wahlkampfchef Lockl jetzt einen Verzicht der FPÖ auf eine neuerliche Wahlkampfanfechtung – ist doch die Wahlwiederholung alles andere als populär. Aber: Die FPÖ weist dergleichen als undemokratisch zurück. Stattdessen legt Kandidat Hofer noch eins drauf. Am Wochenende erklärte der FPÖ-Kandidat, die Wahlaufhebung durch den VfGH sei nicht genug.

Eskalation. Stattdessen will Hofer wegen angeblicher Manipulationen bei Wahlkarten Strafanzeige erstatten. Weitere Eskalation ist wohl garantiert …

Lockl: »Distanzierung Hofers vom EU-Austritt ist nicht glaubwürdig«

ÖSTERREICH: Sie wollen einen Fairness-Pakt und die FP-Zusage, die Wahl nicht erneut anzufechten …

Lothar Lockl: Zum Fairness-Pakt gehört dazu, Wahlergebnisse zu respektieren. Und es gehört auch dazu, persönliche Angriffe gegen Kandidaten zu unterlassen. Angesichts der Schmutzkampagne gegen Van der Bellen in rechten Netzwerken wäre eine Distanzierung beider Kandidaten durchaus sinnvoll.

ÖSTERREICH: Werden Sie das Thema EU-Austritt offensiv im Wahlkampf spielen?

Lockl: Ja, das ist eine Schlüsselfrage. Ein Austritt wäre eine Katastrophe. Und Hofer verlangt innerhalb eines Jahres eine Volksabstimmung.

ÖsterreIch: Das hat er stark relativiert.

Lockl: Das ist angesichts der FPÖ-Aussagen der letzten Jahre nicht glaubwürdig.

Kickl: »Die FPÖ arbeitet definitiv nicht auf einen EU-Austritt hin«

ÖSTERREICH: Wird der Wahlkampf wieder so hart?

Herbert Kickl: Wir wollen keine besondere Polarisierung. Emotional, ja, das wird er schon.

ÖSTERREICH: Wann starten Sie den Wahlkampf? Und was wird es kosten?

Kickl: Ich habe das noch nicht kalkuliert. Wir starten im September in Wels.

ÖSTERREICH: Es gibt unterschiedliche Aussagen in der FPÖ, also: Soll Österreich wie die Briten raus aus der EU?

Kickl: Die FPÖ arbeitet definitiv nicht auf einen EU-Austritt hin. Aber man muss in der Politik immer einen Plan B oder C haben – etwa wenn die Türkei der EU beitreten sollte.

ÖSTERREICH: Le Pen, Wilders, Ihre Freunde wollen raus.

Kickl: Wir sind eine eigenständige Partei – und nicht die Sprecher Le Pens.

(gü)

 

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