Faymann nach Gipfel

"So erlebte ich Obama"

Mehr als zwei Stunden lang dauerte das Arbeitsessen am Sonntag, bei dem Bundeskanzler Werner Faymann direkt auf US-Präsident Barack Obama traf. Es war ein langes und intensives Gespräch, das der US-Präsident mit den Chefs der EU-Staaten beim Gipfel in Prag führte.

Viel Zeit bei vier Gängen
Faymann traf dabei erstmals persönlich auf Obama – und ist vom US-Präsidenten mehr als beeindruckt, wie er ÖSTERREICH schildert. Beim einem viergängigen Menü (es gab Kuchen mit Wildpilzen und Auberginen, danach Rindfleisch mit Frühlingsgemüse, Perlhuhn mit Kartoffeln und zum Schluss warme Powidltascherl mit Butter) hatten die Herren die Gelegenheit, wichtige Polit-Themen zu diskutieren:

ÖSTERREICH: Sind Sie persönlich von Obama beeindruckt?

Werner Faymann: Ich glaube, dass sich kaum jemand seiner Wirkung entziehen kann. Die Lockerheit und Ruhe, mit der er alle Themen und Problemfelder angeht, ist schon außergewöhnlich.

ÖSTERREICH: Wie intensiv waren die Gespräche beim EU-Gipfel?

Werner Faymann: Es ging um sehr wichtige Themen, das akkordierte Vorgehen gegen die Wirtschaftskrise, den Klimaschutz und das Verbot von Atomwaffen sowie den Einsatz in Afghanistan. Zu all diesen Themen gab es sehr intensive Gespräche.

ÖSTERREICH: Wie wichtig war das Zusammentreffen Obamas mit den EU-Staats- und Regierungschefs?

Werner Faymann: Es war vor allem als Signal und als Zeichen des Gemeinsamen sehr wichtig. Obama selbst hat die Bedeutung der EU mehrmals herausgehoben. Wichtig ist es nun, die Beschlüsse der G 20 umzusetzen.

ÖSTERREICH: Wird Obama in naher Zukunft nach Österreich kommen?

Werner Faymann: Ich habe das Gefühl, in Präsident Obamas Terminkalender finden sich viele Einladungen, so dass ich nicht mit einem Besuch in naher Zukunft rechne.

ÖSTERREICH: Fühlen Sie sich in einer Welt mit Barack Obama sicherer als in einer Welt mit George W. Bush?

Werner Faymann: Barack Obama steht für Dialog und Neubeginn. Nicht nur in Klima und Energiefragen, sondern auch im Überbrücken von Gegensätzen in der Sicherheitspolitik.

ÖSTERREICH: Was war der wichtigste Erfolg Obamas bei seiner Europa-Tour?

Werner Faymann: Vertrauen zu vermitteln. Vertrauen auch dafür, dass Europa in der Krise einen Partner und Verbündeten in den USA hat. Wichtig sind auch die konkreten Beschlüsse, die beim G-20-Treffen gefasst wurden, wie das Installieren einer Finanzmarktaufsicht und das Aufstocken des IWF-Budgets auf 1,1 Billionen Dollar.

ÖSTERREICH: Was muss nach Barack Obamas klarer Ansage gegen Atompolitik nun geschehen – auch vor dem Hintergrund der Ereignisse in Nordkorea?

Werner Faymann: Konkrete Maßnahmen wie der Beitritt der USA zum Atomteststoppvertrag, wie es Außenminister Spindelegger heute in der Sitzung gefordert hat. Gerade die USA als Nuklearmacht könnten hier mit gutem Beispiel vorangehen.

ÖSTERREICH: Obama ermutigt die EU zur Aufnahme der Türkei. Wie ist Ihre Meinung dazu?

Werner Faymann: Ich bleibe bei meiner skeptischen Haltung. Unsere Position dazu ist klar, es ist ein Verhandlungsprozess mit offenem Ausgang.

ÖSTERREICH: Ist Obama für die Gegenwart der wichtigste Politiker?

Werner Faymann: Er ist zweifellos einer der größten Hoffnungsträger der Gegenwart.

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