So hart 
ist der Wien-Kampf

Rot-blaues Duell

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So hart 
ist der Wien-Kampf

Seiten: 12

Der Wiener Wahlkampf geht mit der dritten und letzten TV-Debatte ins große Finale. Häupl und Strache kündigen ein hartes Duell an.

Live
Bei der allerletzten Live-Debatte vor der Wiener Wahl könnte Dienstag Abend im St. Marxer Studio von Puls 4 kein Auge trocken bleiben: Schon bei den ersten beiden Live-Debatten am Sonntag waren sich FP-Herausforderer Heinz-Christian Strache ("Häupls Weinseligkeit") und SP-Bürgermeister Michael Häupl ("Straches Konsumationen") nichts schuldig geblieben.

Und jetzt kündigen beide in Interviews an, dass sie auch die letzte Debatte zum Duell machen wollen – Strache will noch einmal als "Bürgermeisterkandidat" Häupl vorwerfen, dass er "Kirchen zerstört und Moscheen baut". Auch wenn es sich bei der "Kirchenzerstörung" nur um eine kleine Kapelle am Stadtrand handelt, ist garantiert, dass die Diskus­sion vor 120 Gästen Emotion pur bieten wird. Auf Puls 4 moderieren ab 20.15 Uhr Manuela Raidl und Kabarettist Florian Scheuba, unterstützt von einer hochkarätigen Journalisten-Jury etwa mit ÖSTERREICH-Herausgeber Wolfgang Fellner die letzte Live-Debatte des Wahlkampfs.

Sylvia Saringer, die am Sonntag für ATV vor lautstarken Fans in der Wiener Stadthalle moderiert hat, bringt die Stimmung auf den Punkt: "Das tobende Publikum ließ die Kandidaten zu Höchstform auflaufen." Was auch Michael Häupl so empfand: "Die Debatten hatten Showcharakter. Das hat Spaß gemacht."

Rot-blaues Duell spielt Schwarz-Grün an die Wand
Die positive Überraschung der TV-Konfrontationen waren dabei – sowohl für Saringer als auch für Häupl – die beiden Damen im Ring: Für Saringer gingen vor allem die Grüne Maria Vassilakou, aber auch VP-Kandidatin Christine Marek "völlig aus sich heraus". Für Häupl unterscheiden sie sich als Menschen, mit denen man sich demokratisch auseinandersetzen könne, wohltuend vom direkten Kontrahenten HC Strache. Der findet nun Häupl "pampig und amtsmüde". Ihn wiederum nennt der Bürgermeister "völlig witzlos". Was die Experten für die heutige Debatte stutzig macht: "Alles redete nach dem ATV-Auftritt am Sonntag, der mit über 250.000 Zusehern für Privat-TV-Verhältnisse sehr gut lief, nur noch von diesem Duell. Dass sich Vassilakou und Marek gut geschlagen haben, ging völlig unter", resümiert auch ATV-Analyst Thomas Hofer.

Was der Versuch mit so vielen TV-Debatten wie nie zuvor letztlich bringen wird, ist für Hofer offen: "Nichtwähler, um die es bei dieser Wahl ganz massiv geht, werden sie durch die TV-Debatten kaum erreichen, maximal Unentschlossene, die sich durch Emotionalisierungen wie Straches wehleidigen Gag, die Sendung zu verlassen, auf eine Seite schlagen."

Auch Häupl ist sich seiner Sache nicht ganz sicher: "Das wissen die Historiker – wie immer aber leider erst nach der Wahl."

"Freunde werden diese Herren nie mehr werden"
Für Experten Hofer ist jedenfalls klar: "Häupl und Strache werden nie mehr Freunde werden."

Auf der nächsten Seite lesen Sie Interviews mit Häupl und Strache:

Autor: Josef Galley, Karl Wendl
Seiten: 12
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