So lief Haiders Millionen-Deal ab

7 Millionen für "See-Stiftung"

So lief Haiders Millionen-Deal ab

Österreich hat 2006 15 Eurofighter um 1,9 Milliarden Euro gekauft. Inzwischen ist die Staatsanwaltschaft davon überzeugt, dass der Eurofighter-Konzern EADS bis zu 180 Millionen Euro an Schmiergeld verteilt haben soll – ÖSTERREICH berichtete.

Eine Geldspur führt nach Klagenfurt. 2006 ließ Landeshauptmann Jörg Haider die „Lakeside Privatstiftung“ einrichten.

Zweck: Finanzierung und Aufbau eines Technologieparks in Klagenfurt.

Bis zu sieben Millionen Euro dürfte EADS Deutschland über die Firma Scientific Research & Development Ltd der Stiftung in Klagenfurt überwiesen haben. Das soll aus Unterlagen hervorgehen, die bei 13 Hausdurchsuchungen in ganz Österreich gefunden wurden.

Stiftungsvorstand Hans Schönegger (Chef der Kärntner Landesholding) bestreitet das. Es seien bloß vier Millionen geflossen, sagt er. 3,7 davon sind noch vorhanden. Vom Rest sind „Forschungs- und Bildungsprojekte“ in Kärnten finanziert worden. Grünen-Politiker Peter Pilz vermutet, „dass zumindest eine Million nie in der Stiftung gelandet ist“. Die Grünen fordern deshalb einen neuen Untersuchungs-Ausschuss.

10 Millionen für ein Formel-1-Fantasie-Projekt

Eine weitere Geldspur führt in die Steiermark: 10 Mio. Euro sollen an ein „Projekt Spielberg“ gezahlt worden sein. Das Geld kam von der Londoner Firma „Vector Aerospace“. Damit sollte der Österreich-Ring neu gestaltet werden.

Zustande kam das Projekt nie. Die zehn Millionen flossen dennoch. Wofür? Niemand kann das beantworten, auch VP-Justizministerin Beatrix Karl nicht. Sie bestätigt bloß, dass ein Linzer Steuerberater und ein Welser Techniker in den Fall involviert sind.

Moser: "ÖVP, FPÖ und BZÖ im Visier"

ÖSTERREICH: Was haben Sie gedacht, als Sie von der Eurofighter-Spur zu Haider erfuhren?
Gabriela Moser: Mein erster Gedanke war: Na typisch.

ÖSTERREICH: Welche Parteien sehen Sie möglicherweise belastet?
Moser: Jene Parteien, die damals in der Regierung waren – also ÖVP, FPÖ bzw. das BZÖ.

ÖSTERREICH: Sind Sie für einen grünen Antrag auf U-Ausschuss?
Moser: Lassen wir jetzt die Justiz ermitteln. Am Ende ist es eine Entscheidung von Peter Pilz und der Klubführung. Persönlich denke ich, dass ein Fortsetzungs-U-Ausschuss zu den Eurofightern eine logische Konsequenz ist – die Verbindungen in die Politik sind offensichtlich.

Karl Wendl / (gü)
 

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