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So schaut Vassilakous Verkehrs-Plan aus

Öffis fördern

So schaut Vassilakous Verkehrs-Plan aus

Maria Vassilakou (G) will die Ausweitung des Parkpickerls noch im ersten Jahr als neue Wiener Verkehrsstadträtin angehen. Schließlich gebe es diesbezüglich bereits Wünsche diverser Bezirke. "Meiner Meinung nach wäre es wünschenswert, das Parkpickerl auf den gesamten Wiener Raum auszudehnen", ließ sie im Interview wissen. Es sei ihre Rolle, hier Überzeugungs- und Unterstützungsarbeit zu leisten. Schließlich müssten die Bezirke selbst die Entscheidung treffen, ob sie eine Ausweitung des Pickerls wünschen.

Pendlerverkehr
Sie werde jedenfalls die Weichen in diese Richtung stellen. "Es ist kein Wunder, dass ausgerechnet die Westgürtelbezirke sich schon lange nach einer Ausweitung sehnen, weil sie mit massiven Problemen aufgrund des Pendlerverkehrs konfrontiert sind", so Vassilakou. Eine verkehrspolitische Zusammenarbeit mit den Bezirken sei insofern geboten, da man nicht alles über einen Kamm scheren könne.

Tempo 30
In Sachen Tempo-30-Zonen plädiert Vassilakou für mehr Kontrolle bezüglich deren Einhaltung, wiewohl dies Aufgabe der Polizei sei: "Ich bin der Meinung, dass es sehr viel Sinn macht, vor allem im Nahbereich von Schulen oder Seniorenheimen verstärkt zu kontrollieren. Man führt ja diese Zonen nicht aus Jux und Tollerei ein, sondern weil es hier um Leib und Leben etwa von Kindern geht."

Mariahilfer Straße
Was die Pläne für die Umwandlung der Inneren Mariahilfer Straße in eine abschnittsweise Fußgänger- bzw. Radverkehrszone betrifft, geht Vassilakou von einer Realisierung 2013 aus. Es gebe mit den Bezirksvorstehern von Mariahilf und Neubau, Renate Kaufmann (S) und Thomas Blimlinger (G), gutes Einvernehmen, wobei die Bewältigung der Verkehrsströme in der direkten Umgebung freilich ein legitimes Anliegen sei. Ansonsten hätten vor einiger Zeit etwa der 8. Bezirk für Teile der Josefstädter Straße oder der Rudolfsheim-Fünfhaus für Grätzel in Wohnstraßen Interesse für die Schaffung von "Fuzos" oder Piazzas anklingen lassen.

Ausdehnung der Wiener Kernzone
Im Zuge der vorgesehenen Öffi-Tarifreform will Vassilakou auch die Ausweitung der Kernzone ins niederösterreichische Umland ins Spiel bringen. In den Gesprächen der "Taskforce", die mit Beginn 2011 ihre Arbeit aufnehmen soll, werde das "auf jeden Fall" diskutiert werden, sagte sie.

Ticketvarianten
  Außerdem kann sich die Grün-Politikerin neue Ticketvarianten vorstellen, bei denen etwa Kombimodelle für die gemeinsame Benützung von Öffis und Park-and-Ride-Anlagen oder Öffis und Taxis geschaffen werden. Schließlich brauche es bei den Öffis neue Wege.

   Die Kernzone (Zone 100) umfasst derzeit "nur" das Wiener Stadtgebiet. In Zukunft könnte dieser Gültigkeitsbereich auch auf die Randgebiete Niederösterreichs ausgeweitet werden. Eingebunden in die Gespräche über die Neugestaltung der Tarife werde demnach auch der Verkehrsverbund Ost-Region (VOR) sein, kündigte Vassilakou an.

Lobautunnel
Vassilakou spricht sich für eine Volksbefragung zum Bau des umstrittenen Lobautunnels aus. "Der richtige Weg aus dem Dilemma ist eine Volksbefragung", erklärt sie. Sollten die Wiener tatsächlich für das Projekt votieren, "dann soll auch gebaut werden". Ihre Kritik an der Untertunnelung des Naturschutzgebietes bleibe jedenfalls aufrecht - und: "Die Grünen werden wie die Löwen um die öffentliche Meinung kämpfen."

Schiene
Nicht nur im Straßen-, sondern auch im Schienenbereich hat Vassilakou bereits konkrete Absichten. So will sie sich nach der Beerdigung der Cable-Liner-Pläne am künftigen Hauptbahnhof für unterirdische Rollbänder - eine ältere grüne Forderung - starkmachen: "Wenn es nach mir geht, werden die Rollbänder kommen". Sie sollen dann, anstatt der angedachten Standseilbahn, die Passagiere rasch von der Bahnhofshalle zu den U-Bahn-Anschlüssen der U1 bzw. U2 befördern.

   Noch nicht festlegen will sich Vassilakou bezüglich kolportierter Pläne, die U1 nun vorerst doch nicht bis ins Stadtentwicklungsgebiet Rothneusiedl zu verlängern, sondern kürzer zu führen. "Der Bürgermeister selbst hat gesagt, er hält nichts davon, eine U-Bahn in die grüne Wiese zu bauen", verwies die Stadträtin auf Michael Häupl (S). Das bedeute, dass ein weiterer U-Bahn-Ausbau davon abhänge, "was wann in Rothneusiedl entsteht". Man sei jedenfalls klug beraten, in den nächsten Jahren in jenen Öffi-Bereich zu investieren, wo man Dinge schnell umsetzen könne - "und das ist die Straßenbahn".
 

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