So (un)sicher ist Österreich

Kriminalität sinkt

© TZ Österrereich

So (un)sicher ist Österreich

Die Zahl der Anzeigen ist in Österreich 2010 zurückgegangen. Das zeigt die Kriminalstatistik, die Innenministerin Maria Fekter gestern präsentierte.

535.745 Fälle wurden vergangenes Jahr angezeigt, das ist ein Rückgang von 9,4 Prozent gegenüber 2009. „Das ist die niedrigste Kriminalitätsrate seit zehn Jahren“, zeigte sich Fekter hochzufrieden.

Die Aufklärungsquote ist allerdings nur geringfügig auf 41,4 Prozent gestiegen (+1,5 %). Wien bleibt mit über 200.000 Fällen das Sorgenkind, am sichersten ist das Burgenland.

Rückgang bei Einbrüchen, mehr Internet-Kriminalität
Einbrüche in Wohnungen und Einfamlienhäuser – das größte Problem in der Kriminalstatistik 2009 – sind vergangenes Jahr um 25,7 Prozent zurückgegangen. Noch höher war der Rückgang bei den Kfz-Diebstählen (minus 44,6 %).

Fekter sieht darin einen Erfolg der Soko Ost und der Soko Kfz, die auf diese beiden Delikte angesetzt waren. Die Aufklärungsquote bei Einbrüchen liegt allerdings nur bei 10 Prozent.

Ganz anders sehen die Zahlen bei Taschen- und Trickdiebstählen aus: plus 79 % im öffentlichen Raum, plus 244 % an Wohnungstüren.

Auch die Zahl der Morde nahm um 14,9 Prozent (162 angezeigte Fälle) zu. Das bedeutet: In Österreich passiert beinahe jeden zweiten Tag ein Mord.

Eine neue Herausforderung stellt sich für die Ermittlungen bei der Cyber-Kriminalität. 2009 wurden lediglich 38 Fälle von Betrug im Internet angezeigt, 2010 waren es 1.490 (plus 4.000 Prozent, nicht „bloß“ 400, wie die Polizei irrtümlich angab). Teils massive Zuwächse gab es auch bei Sachbeschädigung, Anlagebetrug und der Manipulation von Automaten.

Für BZÖ und FPÖ sind die Zahlen der Kriminalstatistik geschönt, weil die Delikte heuer zum Teil anders bezeichnet und kategorisiert wurden.

 

ÖSTERREICH-Interview

Fekter kündigt Maßnahmen gegen Gewaltdelikte an

ÖSTERREICH: Worauf führen Sie den Rückgang der Kriminalität zurück?
Maria Fekter: Das ist kein Zufall. Ausschlaggebend sind die sichtbaren polizeilichen Maßnahmen wie die Soko Ost und die Soko Kfz. Dadurch sind die Einbrüche und Kfz-Diebstähle zurückgegangen. Unser Masterplan, erfolgreich gegen Haus- und Wohnungseinbrüche vorzugehen, ist voll aufgegangen.

ÖSTERREICH: Gewaltdelikte sind 2010 allerdings gestiegen. Was planen Sie dagegen?
Fekter: Wir haben vor Kurzem das „Bündnis gegen Gewalt“ geschaffen. Dieses hat eine starke polizeiliche Komponente und arbeitet mit Gewalt-Interventionsstellen zusammen. Wir müssen noch besser analysieren: Wer sind die Täter, wer sind die Opfer?

ÖSTERREICH: Sie haben angekündigt, mehr Polizei auf die Straße zu bringen. Woher kommt die?
Fekter: Wir planen eine Streifendienst-Offensive. Die Polizisten sollen weniger in den Wachzimmern sitzen und vermehrt sichtbar auf der Straße sein.

ÖSTERREICH: In der Statistik 2010 wurden erstmals Delikte in Unter-Kategorien aufgeschlüsselt. Beschönigt das nicht?
Fekter: Wir beschönigen nichts, wir haben die Statistik professionalisiert und lassen sie wissenschaftlich durch dieUni Wien begleiten.

(knd)

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