Sobotka:

ÖSTERREICH-interview

Sobotka: "Schlechter Stil von Kanzler Kern"

ÖSTERREICH: Kern ermahnte den Außenminister, sich nicht gegen Italien zu positionieren.

Wolfgang Sobotka: Es geht nicht darum, sich gegen Italien, sondern für Österreich zu positionieren. Kurz hat schon bei der Schließung der Westbalkanroute bewiesen, dass seine Flüchtlingspolitik in Europa Wirkung zeigt. Die Äußerung Kerns war nicht hilfreich.

ÖSTERREICH: Weil er es öffentlich getan hat?

Sobotka: Politiker unseres Landes im Ausland schlecht zu machen, ist schlechter Stil. Vor allem Kurz, aber auch Doskozil und ich versuchen auf EU-Ebene einen Beitrag zur Schließung der Mittelmeerroute zu leisten. Kern sollte hier mithelfen und nicht Bemühungen torpedieren. Es braucht einen rot-weiß-roten Schulterschluss.

ÖSTERREICH: Fürchten Sie, dass das Verhältnis zu Italien Schaden nehmen könnte?

Sobotka: Nein. Ich habe mit meinem Amtskollegen in Italien eine sehr gute Gesprächsbasis, da kann man auch offen miteinander reden und Probleme ansprechen. Kern hat hier ganz einfach versucht, innenpolitisches Kleingeld zu schlagen. Das ist bedauerlich, weil wir nach außen schon gemeinsam auftreten sollten.

ÖSTERREICH: Sie reisen nach Tunesien. Was erwarten Sie vom Innenminister-Gipfel?

Sobotka: Es geht um eine bessere Zusammenarbeit bei der Bekämpfung von Schleppern. Flüchtlingsboote sollen schon beim Auslaufen gestoppt werden und der verstärkte Schutz der libyschen Südgrenze soll verhindern, dass immer mehr Menschen an die Küste drängen. Wir kommen voran.

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