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Sophie Karmasin:

Im Interview

Sophie Karmasin: "War nie Berufs-Politikerin"

Knalleffekt in der ÖVP: Familienministerin Sophie Karmasin wird die Politik verlassen, wenn die neue Regierung zu Jahresende geht, wird sie in ihr Metier – der Meinungsforschung – zurückkehren. Dieser Schritt habe nichts mit dem neuen Parteichef Sebastian Kurz zu tun, so sagt Karmasin. Sie habe ihrer Familie ver­sprochen, nach einer Legislaturperiode aufzuhören.

ÖSTERREICH: Vor der Wahl erklären Sie Ihren Rückzug – warum?

Sophie KARMASIN: Für mich stand ab dem ersten Tag an fest, dass ich diese Legislaturperiode mit aller Energie und Kraft arbeite. Doch ich habe es mir und meiner Familie versprochen, dass es nur diese eine Legislaturperiode ist. Jetzt ist eben die Zeit gekommen, das auch öffentlich zu sagen.

ÖSTERREICH: Spindel­egger hat Sie in die Politik geholt – jetzt ist Sebastian Kurz ÖVP-Chef. Hat er mit Ihrem Rückzug zu tun?

Karmasin: Absolut nicht. Sebastian Kurz war derjenige, der mich immer unterstützt hat. Es war immer klar, dass ich nie eine Berufspolitikerin sein möchte. Das war auch mit Sebastian Kurz langfristig besprochen – es ist also auch für ihn keine Überraschung.

ÖSTERREICH: Sie stehen für eine neue ÖVP-Familienpolitik, ich sage jetzt einmal: nicht mehr so nahe an der Kirche. Ist diese Öffnung jetzt mit Ihrem Abgang zu Ende?

Karmasin: Das war auch immer der Anspruch, das Familienbild zu öffnen, ideologiebefreiter damit umzugehen. Es gibt auch einige Dinge, die wir umsetzen konnten, Stichwort: Kinderbetreuung, die antragslose Familienbeihilfe, die Erhöhung der Familienbeihilfe, das Kindergeldkonto, den Partnerschaftsbonus, die Öffnung des Standesamts für homosexuelle Paare...

ÖSTERREICH: Und das alles wird jetzt wieder gebremst?

Karmasin: Nein, ich glaube, es ist wirklich vieles gut gelungen – und es wird daran angeschlossen werden.

ÖSTERREICH: Sie haben oft die schlechte Stimmung in der Regierung kritisiert – hat Sie das überrascht, wie giftig man miteinander umging?

Karmasin: Egal ob Konflikte oder Erfolge – vieles kam in einer Dimension, die durchaus überwältigender war als erwartet. Ich glaube, wir brauchen jetzt nicht darüber reden, dass das kein optimales Koalitionsklima war. Das ist vielfach Teil des Systems – aber man müsste das nicht so nach außen hin zelebrieren.

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