Sorg ist ab sofort nicht mehr Rektor

Med-Uni Innsbruck

Sorg ist ab sofort nicht mehr Rektor

Der Rektor der Medizinischen Fakultät Innsbruck Univ.-Prof. Clemens Sorg ist nach einer Sitzung des Universitätsrats mit sofortiger Wirkung abberufen worden. Am 7. Juli habe man diesen Schritt erstmals erwägt. "Seither haben sich die Vorwürfe erhärtet, und die Vertrauensbasis ist schlechter geworden", so die Vorsitzende des Unirats, Univ.-Prof. Gabriele Fischer. Die Entscheidung sei "einhellig" und "ohne Gegenstimme" gefallen, zu etwaigen Enthaltungen machte sie keine Angaben.

Ansehen beschädigt
Zum einen würden die Berichte der Wirtschaftsprüfer inzwischen vorliegen. "Zum anderen ist durch die mediale Berichterstattung nicht nur das Ansehen der medizinischen Universität Innsbruck in Mitleidenschaft gezogen worden, sondern der Wissenschaftsstandort Österreich gesamt und seine Universitäten", meinte Fischer. Das Schreiben, das Sorg an ausländische Wissenschaftler verteilt habe, sei eine konfirmative Bestätigung der öffentlichen Herabwürdigung des Aufsichtsrats der Universität gewesen.

Pflicht schwer verletzt
Die Nachfolge ist klar geregelt, Sorg wird durch den Vizerektor vertreten. Die Abberufung des Rektors steht laut Fischer in keinem Zusammenhang mit den Vorwürfen der Agentur für Gesundheit und Ernährung gegen die Urologie der Klinik Innsbruck. "Was dort passierte, war offensichtlich wissenschaftlicher Betrug, das hat die Behörde ermittelt", versichert sie. Begründet wird die Absetzung vielmehr mit "schweren Pflichtverletzungen".

Der Universitätsrat habe Sorg wiederholt auf Fehler in Amtsführung und Führungsstil hingewiesen und um seine Zusammenarbeit bei der Behebung dieser Mängel ersucht. Trotz "Uneinsichtigkeit und fehlender Kooperationsbereitschaft" habe der Rat einen Vorschlag zur einvernehmlichen Beendigung des Dienstverhältnisses ausgearbeitet.

Auskunftspflicht, Amtsgeheimnis
"Die Ablehnung der Konditionen zu einer gütlichen Trennung und jüngste ungerechtfertigte öffentliche Angriffe Rektor Sorgs gegen sein Gastland, seine Universität und seinen Universitätsrat, vorliegende Abschlussberichte der durchgeführten Sonderprüfungen in der Finanzgebarung sowie weitere schwere Pflichtverletzungen (Verletzungen von Auskunftspflichten und Vorlagepflichten sowie Verletzungen des Amtsgeheimnisses und des Datenschutzes) haben die Abberufung des Rektors notwendig gemacht", fasst Fischer zusammen.

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