St. Pölten kämpft um private Med-Uni

Resolution

© APA/ Schober

St. Pölten kämpft um private Med-Uni

Der St. Pöltner Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig eine Resolution zur Errichtung einer Privatuniversität für Medizin mit Standort in der Landeshauptstadt beschlossen. Die NÖ Landesregierung wird aufgefordert, die Gespräche weiterzuführen und "die benötigten Praktikumsplätze zur Verfügung zu stellen". Das Land will eine Privat-Uni für Gesundheitswissenschaften bis 2013 in Krems errichten.

Resolution
Begründet wurde die am Montag beschlossene Resolution u.a. damit, dass sich St. Pölten zur "proaktiven Gesundheitsstadt mit einem umfassenden Angebot entwickeln" solle. Die Medizinische Fakultät der Sigmund Freud Privatuniversität wäre ein "großer Schritt in diese Richtung". Im Vollausbau würden etwa 600 Studierende erwartet, im akademischen Bereich und in der Verwaltung rund 100 Arbeitsplätze geschaffen.

Standort
Auch einen geeigneten Standort für die Privat-Uni gebe es, verwies der Gemeinderat auf das ehemalige Krankenkassengebäude. Eine Verwertung des zentral gelegenen Areals liege sowohl im Interesse der NÖ Gebietskrankenkasse als auch der Stadt. Letztlich wäre die Ansiedlung einer medizinischen Fakultät in St. Pölten eine "Win-Win-Situation" für St. Pölten und das Land NÖ.

Zweite Medizinuniversität
Die Etablierung einer zweiten Medizinuniversität in Niederösterreich - neben dem vom Land favorisierten Standort Krems - werde auch deshalb als sinnvoll erachtet, weil sich "zahlreiche Kooperationsmöglichkeiten ergeben" würden und "dem vom Land Niederösterreich konstatierten Ärztemangel somit nachhaltig entgegengewirkt werden könnte". Dazu komme, dass die Sigmund Freud Privatuniversität "im Gegensatz zu anderen Projekten" bereits über eine Akkreditierung als Medizin-Fakultät verfüge und keine öffentlichen Gelder aufgewendet werden müssten. Die Medizinische Fakultät würde privatwirtschaftlich finanziert - aus Studiengebühren, Forschungsmitteln und Kooperationen mit der medizintechnischen Industrie. "Zur Finalisierung des Projektes fehlt einzig die Zusage des Landes bezüglich Praktikumsplätzen", so der Gemeinderat.

Das Land NÖ hat sich mit seinen Kooperationspartnern wie etwa der Technischen (TU) und der Medizinischen Universität Wien (MUW) für eine Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften in Krems entschieden. Ein entsprechendes Memorandum wurde Mitte Jänner unterzeichnet. Die ersten Studierenden sollen im Oktober 2013 Einzug an der neuen Uni halten. "In rund eineinhalb Jahren werden wir den Akkreditierungsantrag einbringen können", kündigte Landeshauptmann Erwin Pröll (V) an. Die Infrastruktur sei am Campus in Krems schon großteils vorhanden, was für die Standortfrage genauso entscheidend gewesen sei wie das "gute Wissenschafts- und Forschungsambiente" und die Nähe zu wichtigen Standorten der Landeskliniken. Eine Erweiterung des Campus sei natürlich dennoch nötig. Das Land NÖ rechne damit, "in den nächsten Jahren oder Jahrzehnten" dafür rund 20 Mio. Euro bereitzustellen.

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