Doch 2 Ö-Pässe für Russen nach Zahlung

"Part of the game"

© Niesner

Doch 2 Ö-Pässe für Russen nach Zahlung

Zumindest in zwei Fällen haben Millionenbeträge für Kärntner Projekte russischen Investoren zur österreichischen Staatsbürgerschaft verholfen. Medienberichten zufolge stammte die Million Euro, mit der sich Patrick Friesacher einst ein Cockpit beim Formel-1-Team Minardi kaufte, ebenso aus Russland wie zwei Millionen, die als atypische stille Beteiligung in ein Hotelprojekt gesteckt wurden. Am 10. Jänner 2007, bei der letzten Ministerratssitzung der schwarz-blauen Koalition, wurden beide Einbürgerungen bewilligt.

"Keine Gegenleistung"
Patrick Friesacher fuhr in der Saison 2005 elf Rennen in der Formel 1. Laut dem damaligen Landeshauptmann Jörg Haider wurden zwei Millionen Dollar, zum damaligen Kurs 1,66 Mio. Euro, an Sponsorgeldern aufgetrieben, Friesacher trug dafür einen "Kärnten"-Schriftzug am Sturzhelm. Haider sprach von "privaten Geldgebern", sein damaliger Pressesprecher Stefan Petzner erklärte, die Gönner würden weder öffentlich in Erscheinung treten noch eine Gegenleistung für ihr Geld erhalten.

Über Hypo geflossen
Demnach erhielt Friesacher von der Kärntner Hypo einen Kredit, im März und April flossen über das Kreditkonto 1,1 Mio. Dollar an den Minardi-Rennstall. Abgewickelt wurden diese Geschäfte samt und sonders über das Büro Haiders. Dort langte am 13. Juli 2005 ein Fax einer Privatbank aus Wien, die betuchte Russen und Ukrainer betreut, ein. Der Text: "Im Auftrag unseres Kunden bestätigen wir Ihnen hiermit, dass folgender Auftrag durchgeführt wurde: EUR 1,000.000 an Patrick Friesacher für Sponsoring Formel 1, Minardi Team."

Letzte schwarz-blaue Sitzung
Am 10. Jänner 2007 sollen die Staatsbürgerschaftsanträge von Alexey B., 42, und Artem B., 46, im Ministerrat genehmigt worden sein. Tags darauf wurde Alfred Gusenbauer zum Bundeskanzler angelobt. Franz Koloini, ehemals Protokollchef Haiders, erklärte, er könne sich erinnern, dass "der eine Formel-1-Sponsor so hieß, wie Sie sagen".

Die beiden Russen steckten über die BB Hotel Investment & Consulting GmbH nämlich vorübergehend noch kolportierte zwei Millionen Euro in das Projekt "Blumenhotel", das "Impulse für die gesamte Region Mittelkärnten setzt", wie Haider damals stolz erklärte. Das Hotel erhielt zudem mehr als zehn Millionen Euro öffentliche Förderungen. Ob auch Parteispenden flossen, wie sie der jetzige FPK-Chef Uwe Scheuch in einem Gespräch im Sommer vergangenen Jahres als "part of the game" bezeichnet haben soll, ist nicht bekannt.

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