Steht Traiskirchen vor dem Aus?

Asyl-Gipfel

© Gerhard Fally/TZ ÖSTERREICH

Steht Traiskirchen vor dem Aus?

Um Punkt 18.30 Uhr werden im Rathaus von Traiskirchen die Wogen hochgehen. Bei einem Asyl-Gipfel will Bürgermeister Fritz Knotzer (SPÖ) Innenministerin Maria Fekter (ÖVP) davon überzeugen, das Lager in der derzeitigen Form zu schließen. Mit dabei: Niederösterreichs SPÖ-Landesrätin Karin Scheele sowie Thalhams ÖVP-Bürgermeister Wilhelm Auzinger aus OÖ, wo das zweite Erstaufnahme-Lager steht.

10 Jahre zurück
Im Interview mit ÖSTERREICH konkretisiert Knotzer: „Wir wollen zurück zum Zustand von 1999, als nur 100 Asylwerber im Lager waren. Derzeit sind es mehr als 600.“

Pro Bundesland ein Erstaufnahmezentrum
Und Knotzer weiß schon, wie er das erreichen könnte: Künftig soll es in jedem Bundesland ein kleines Erstaufnahmezentrum geben, auch das Bundesasylamt gehöre wieder aufgeteilt. „Die Innenministerin hat ja schon gesagt, dass sie sich nach leer stehenden Bundesgebäuden umsehen wird. Wenn wir in jeder Hauptstadt ein kleines Zentrum machen, ist das Lager Traiskirchen gar nicht mehr notwendig.“

Eberau ließ Hoffnung schwinden
Knotzer hat nach dem Streit um Eberau die Hoffnung aufgegeben, dass ein drittes großes Asyllager kommen kann. Weitere Forderungen im 6-Punkte-Programm Knotzers: Er schlägt vor, dass Asylwerber innerhalb einer Woche auf „Privatquartiere oder kleine, gut zu betreuende Einrichtungen aufgeteilt werden“. Auch „das Taggeld für die Betreuung soll erhöht werden“. Fekter zeigte sich gesprächsbereit.

Prüfung noch in dieser Woche
Doch noch aus einem anderen Grund wird es für das große Lager eng: Am Donnerstag und Freitag führt laut Knotzer die Bezirkshauptmannschaft Baden die von ÖVP-Landeshauptmann Erwin Pröll angeordnete Überprüfung des Lagers durch. Zentraler Punkt: Sind die sanitären und sicherheitstechnischen Verhältnisse für Insassen und Bedienstete noch zumutbar?

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