Steuer-Angriff auf Urlaubsgeld

Kanzler lehnt Pläne ab

Steuer-Angriff auf Urlaubsgeld

Finanzminister Michael Spindelegger bremst in Sachen Steuerreform und will "Vorschläge derzeit nicht kommentieren".

Dabei haben die Wirtschaftstreuhänder am Donnerstag ihre Ideen auf den Tisch gelegt -und die hätten es in sich: Zur Finanzierung einer Steuerentlastung will man alle Steuerausnahmen abschaffen. Konkret bedeutet das: Das Urlaubs-und das Weihnachtsgeld voll besteuern (der Steuersatz liegt hier derzeit bei nur 6 Prozent).

Politisch ist das nicht durchzusetzen, für die Bevölkerung ist das 13. und 14. Gehalt eine Heilige Kuh -das weiß auch Kanzler Werner Faymann. In ÖSTERREICH erteilt er den Plänen eine Absage: "Ich bin sehr dafür, dass wir eine Steuerreform intensiv diskutieren und auch Konzepte erarbeiten, wie wir eine solche Entlastung gegenfinanzieren können. Expertenvorschläge, die Weihnachts- und Urlaubsgeld antasten, lehne ich ab. Hände weg vom Weihnachts-und Urlaubsgeld."

Die Streichung der Ausnahmen brächte, so Wirtschaftstreuhänder Bernhard Gröh im ORF-Radio, 5,4 Mrd. €. Lege man dann noch 1,5 Mrd. € drauf, könnte man den Eingangssteuersatz auf 25 %senken.

400 Euro weniger Steuerlast für alle

Alle Einkommen würden entlastet. Für jeden Steuerzahler wäre das eine Verringerung der Steuerlast um immerhin 400 €pro Jahr.

Realistisch ist das freilich nicht. In den 90ern stürzte der seinerzeitige SPÖ-Finanzminister Ferdinand Lacina über diesen Plan. Er hatte argumentiert, dass das Steuerprivileg auf das 13. und 14. Gehalt vor allem Besserverdienern zugutekomme. Der ÖGB-Flügel rebellierte, Lacina trat zurück.

G. Schröder

 

Lesen Sie weiter: Kritik an Finanzminister aus den eigenen Reihen >>

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