Die FPÖ hat ein Freundschaftsabkommen mit einer Partei aus Katalonien
geschlossen. Die "Plataforma per Catalunya" wird bisweilen als
rassistisch und rechtsextrem eingestuft.
Die FPÖ hat am Freitag ein Freundschaftsabkommen mit der "Plataforma
per Catalunya" (Plattform für Katalonien) aus Spanien unterzeichnet.
Die Anliegen der beiden Parteien, etwa ein Einwanderungsstopp oder das
Eintreten für ein "Europa der Vaterländer" mit
Föderalismusprinzip, seien sehr ähnlich, betonten die Vorsitzenden
Heinz-Christian Strache und Josep Anglada i Rius.
Massenzuwanderung und Islamisierung Freiheitliche Politik sei
für ganz Europa wichtig, so Strache. Man müsse deshalb auch ein alternatives
europäisches Konzept, ein "Europa der Vaterländer", das
föderal und nicht als zentralistischer Bundesstaat strukturiert werde,
diskutieren - das sehe auch die "Plataforma per Catalunya" so.
Weiters sei die spanische Partei ebenso wie die FPÖ gegen Massenzuwanderung
und die Islamisierung Europas sowie für soziale Gerechtigkeit. Anliegen
beider Parteien sei etwa auch eine Familienpolitik, die den Kinderreichtum
in der "traditionellen" Familienform fördere oder die Möglichkeit
zur Selbstbestimmung für alle autochthonen Völker Europas.
Rede Josep Anglada i Rius beim Anti-Islamisierungskongress in Köln:
Anglada bestätigte, dass sich die Programme der beiden Parteien in vielen
Punkten deckten und ihm das Stoppen der radikalen Islamisierung ein
wichtiges Anliegen sei. Die Ideen seiner Plattform würden sich mit der Zeit
auch auf ganz Spanien ausweiten, zeigte sich Anglada überzeugt. Zunächst
aber wünschten sich die Parteichefs gegenseitig alles Gute für die kommenden
Wahlen - Strache hat ja im Herbst die Wiener Landtagswahlen zu schlagen,
Anglada erwarten im Herbst die Regionalwahlen in Katalonien und nächstes
Jahr Kommunalwahlen in der Stadt Vic, wo man derzeit zweitstärkste Kraft
sei.
"Rassistisch und rechtsextrem" Dass die "Plataforma
per Catalunya" von Korrespondenten deutschsprachiger Zeitungen als
rassistisch und rechtsextrem bezeichnet wird, weist Strache als "unsinnige
Verleumdungen" und "Diffamierungen" zurück. Man erlebe
Derartiges auch mit der FPÖ, es werde versucht, ein "falsches Bild"
herzustellen. Man habe sich aber selbst ein Bild gemacht, so Strache, und
die spanische Partei lehne Rassismus "vehement" ab und habe mit
totalitärem Gedankengut nichts zu tun.
Er freue sich auf die Zusammenarbeit, diese solle etwa im Rahmen gemeinsamer
Veranstaltungen forciert werden, erklärte der FPÖ-Chef, weiters wolle man
Initiativen und "Volksentscheide" etwa gegen den EU-Beitritt der
Türkei vorantreiben.
"Separatistische Ausrichtung" In Katalonien gibt es
seit Jahrzehnten Bestrebungen, die autonome Region in einen unabhängigen
Staat umzuwandeln. Die Plattform habe aber keine separatistische
Ausrichtung, betonte FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky.