29. November 2009 22:07
ÖSTERREICH: Die Schweizer sagen Nein zu Minaretten. Was heißt das nun für
Österreich?
Heinz-Christian Strache: Ich fordere schon seit längerer Zeit ein
Minarettverbot in Österreich. Es braucht für eine Religionsfreiheit kein
Minarett, auch keinen Muezzin. Das hat in unserer christlich-abendländischen
Tradition nichts verloren. Wir haben in der letzten Vorarlberger
Landesregierung mit Dieter Egger ein solches Minarett-Verbot umgesetzt.
ÖSTERREICH: Wollen Sie eine Volksabstimmung zum Minarettverbot bei uns?
Strache: Ich hätte gerne direktdemokratische Möglichkeiten wie
jene der Schweiz bei uns verankert. Viele Themen, wie beispielsweise das
Minarettverbot, könnten auch bei uns durch Volksentscheidungen geklärt
werden.
ÖSTERREICH: Das Menschenrecht auf Religionsfreiheit stört Sie nicht?
Strache: Das ist ja dadurch nicht gefährdet. Jede
Religionsgemeinschaft hat ja die Möglichkeit, Gebetshäuser zu errichten. Nur
bei uns suchen Vereine wie der türkische ATIP um die Genehmigung von
Moscheebauten an. Das wäre so, wie wenn der ÖAMTC einen Kirchenbau
beantragen würde und Bürgermeister Häupl den Kirchenbau gestatten würde. Es
handelt sich hier nicht um eine Kirchengemeinschaft. Es bedarf für die
Religionsfreiheit ja keiner Mehrzweckeinrichtung inklusive Gasthäuser im
Sinne einer Parallelgesellschaft. Wir brauchen keine falsch verstandene
Toleranz.
ÖSTERREICH: In Österreich gibt es derzeit drei Minarette, keine weiteren
sind geplant. Ist das so schlimm?
Strache: Ganz im Gegenteil: Es sind Hunderte Moscheen geplant,
auch in Verbindung mit Minaretten. Wir haben ja heute in Wien schon mehr
islamische Gebetshäuser als christliche Kirchen.