Strache:

ÖSTERREICH-Interview

Strache: "Regierung nicht zumutbar"

Lesen Sie alle Details zur aktuellen Sonntagsumfrage >>>

ÖSTERREICH: In der neuen Gallup-Umfrage für ÖSTERREICH liegt die FPÖ 5 % hinter der SPÖ. Woran liegt’s?
HC STRACHE: Umfragen sind generell immer nur Momentaufnahmen und daher nicht rasend ernst zu nehmen. Für mich zählt einzig die Umfrage am Wahltag.

Diashow Gallup-Umfrage: Das sagt Österreich

52 % gegen Sparpaket

Die Mehrheit findet die Maßnahmen von Kanzler Faymann und Vize Spindelegger "ungerecht".

Bausparen: 76% gegen Kürzungen

Die staatlichen Zuschüsse zum Bausparen werden halbiert. Drei Viertel der Österreicher sind dagegen – dieses Thema erregt am meisten.

Weniger Pension: 56% sagen "Nein"

Die Pensionen sollen in den nächsten fünf Jahren unterhalb der Inflationsgrenze angehoben werden: Nur 35 % finden das "gerecht".


68 % für Stopp bei Frühpensionen

Keine Invaliditätspension mehr unter 50 Jahren, schwerer in die Frühpension. Diese Maßnahmen finden mehr als zwei Drittel "gerecht".

65 % für Nulllohnrunde für Beamte

Keine Gehaltserhöhung für die Beamten 2013, nur wenig 2014 – das finden mehr als zwei Drittel der Österreicher "gerecht", 26 % "ungerecht".

82 % finden "Soli" für Reiche okay

Wer viel verdient, zahlt mehr Steuer auf Weihnachts- und Urlaubsgeld. 8 von 10 Österreichern finden das "gerecht", nur 12 % sind dagegen.

74 % rechen mit zweitem Sparpaket

Drei Viertel aller Österreicher glauben, dass das Sparpaket nicht reichen wird, um den Staats-Haushalt zu sanieren. Da kommt noch mehr …

Strache stürzt bei Sympathiewerten ab

Wer ist Ihnen in letzter Zeit positiv oder negativ aufgefallen? Während Kanzler und Vize stabil bleiben, verlieren FPÖ-Chef Strache (–6 %) und BZÖ-Boss Bucher (–12 %) dramatisch.

SPÖ schon bei 30 %, FP, VP gleichauf

Wen würden Sie am nächsten Sonntag wählen? Die SPÖ legt trotz Sparpakets um 1 % zu, hat schon 30 %. Die FPÖ gewinnt 1 % nach dem Absturz zuletzt, holt die VP ein.

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ÖSTERREICH: Nach Präsentation des Sparpakets legt die Regierung in Umfragen zu. Hat sie alles richtig gemacht?
STRACHE: Hier dürfte der Wunsch der Vater des Gedankens sein. Die Einnahmen, die die Regierung von Spekulanten und Superreichen berechnet, lösen sich von Tag zu Tag mehr in Luft auf, wie etwa das Beispiel Schweiz zeigt. Was bleibt, ist eine Ansammlung von ungerechten Maßnahmen, die die Masse der Pensionisten und die Bezieher mittlerer Einkommen betrifft.

ÖSTERREICH: Wo hätten Sie den Sparstift angesetzt?
STRACHE: Ganz klar bei den verfahrenen Strukturen, die wir in Österreich aufgrund der jahrzehntelangen Packelei zwischen Rot und Schwarz haben. Wir brauchen eine Gesundheitsreform, eine Verwaltungsreform und eine Bundesstaatsreform. Auch der Missbrauch bei der Gruppenbesteuerung muss sofort abgeschafft werden. Kurzfristig hätte man bei den Subventionen, EU-Beiträgen und Zahlungen an Griechenland mehrere Milliarden sparen können. Andere Möglichkeiten wären ein EURATOM-Ausstieg (50 Mio. €), Streichung des Zertifikaten-Handels (180 Mio.), Abbau von Pensionsprivilegien für Länder und Gemeinden, ORF, ÖBB, OeNB und Anpassung an ASVG-Standard brächte 600 Mio. Ausweisung straffälliger Ausländer (4.000, 180 Mio.). Ein Ausstieg aus dem Kyoto-Protokoll spart uns 600 Mio. Strafzahlungen.

ÖSTERREICH: Warum stellen Sie sich gegen eine Verkleinerung des Bundesrates? Und sind Sie für eine Reduzierung der Nationalräte auf 165?
STRACHE: In der jetzigen Form sehe ich wenig Nutzen in der Institution des Bundesrates. Entweder wir werten den Bundesrat mit vernünftigen Aufgaben auf, oder wir schaffen ihn ab. Beim Plan, die Nationalräte zu reduzieren, vermuten wir, dass sich SPÖ und ÖVP die Wahlkreise so zurechtbiegen, dass sie einfacher zu Mehrheiten kommen. Wenn der Nationalrat schon verkleinert wird, dann nur in Verbindung mit der Aufwertung der direkten Demokratie nach Schweizer Vorbild.

ÖSTERREICH: Wollen Sie trotz allem weiter Kanzler werden?
STRACHE: Selbstverständlich, denn diese Regierung ist den Österreichern nicht mehr zumutbar.

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