Der blaue Rundumschlag gegen den ORF

Nach Weichselbraun-Sager

Der blaue Rundumschlag gegen den ORF

Es war DER Skandal am diesjährigen Opernball. ORF-Moderatorin Mirjam Weichselbraun leistete sich während der Live-Übertragung einen Seitenhieb gegen ihre Ex-Kollegin und Neo-FPÖ-Politikerin Ursula Stenzel. Damit füllte sie heute nicht nur die Klatschblätter, sondern zog auch noch den Zorn der blauen Riege auf sich. Die FPÖ-Spitze sieht die Schuld, aber nicht allein bei Weichselbraun, sondern vielmehr beim öffentlich-rechtlichen ORF.

Klarer Trend im ORF

In einem Interview mit Radio Ö24 erklärte Ursula Stenzel, dass sie zum verbalen Faustschlag von Weichselbraun nicht viel sagen werde. „Niveaulosigkeit kommentiere ich nicht“, so die ehemalige Bezirksvorsteherin. Jedoch ist sie der Meinung, dass dieser Vorfall „unqualifiziert, jedoch symptomatisch“ für den ORF sei. Sie warf ihrem ehemaligen Arbeitgeber vor, die Freiheitliche Partei bewusst auszugrenzen und zu diffamieren. Sie erkenne einen klaren Trend innerhalb des ORF gegenüber der FPÖ. „Und da bin ich hineingefallen mit meiner Entscheidung für die FPÖ zu kandidieren“, so Stenzel zu Radio Ö24. Sie bedaure das sehr.

Unterstützung von ganz oben

Mit ihrer Meinung ist sie innerhalb ihrer Partei nicht alleine. FPÖ-Chef Heinz Christian Strache holte in einem Facebook-Posting zum blauen Rundumschlag gegenüber dem Rotfunk aus. „Da hat sich der zwangsgebührenfinanzierte ORF wieder ins Zeug gelegt, um erneut zu beweisen, dass es den öffentlich-rechtlichen Auftrag und eine ausgewogene, neutrale Berichterstattung nicht gibt. Wie lange wohl in den Archiven gesucht werden musste, um einen über 30 Jahre alten Filmausschnitt mit Ursula Stenzel zu finden? Nur um nach der Einspielung dann das sagen zu können“, schreibt er. Abschließend leistet auch er sich einen direkten Angriff auf Mirjam Weichselbraun. „Stil kann man sich nicht kaufen. Aber von Ursula Stenzel könnte sich Frau Weichselbraun da noch einiges abschauen.“

Fall für den ORF-Publikumsrat

Doch bei der FPÖ fackelt man nicht lange. Wie ihr Generalsekretär Herbert Kickl am Freitag in einer Aussendung bekannt gab, werde „die gestrige skandalöse Entgleisung“ vor den ORF-Publikumsrat gebracht.  Es stehe der Moderatorin eines öffentlich-rechtlichen Senders nicht zu, vor laufender Kamera und einem Millionenpublikum eine derart abfällige Bemerkung über Dritte zu machen. „Das ist hochgradig unprofessionell und steht in krassem Widerspruch zum öffentlich-rechtlichen Auftrag des ORF“, so Kickl. Im Übrigen werde die FPÖ auch der Frage nachgehen, ob es sich bei den diffamierenden Aussagen gegenüber Ursula Stenzel tatsächlich um eine spontane Eingebung Weichselbrauns gehandelt habe.

FPÖ vermutet Absicht
„Der Verdacht liegt nahe, dass es ein abgekartetes Spiel war und ein früheres Interview Ursula Stenzels mit Harald Serafin nur deshalb eingespielt wurde, um Weichselbraun Gelegenheit für ihre wohlvorbereitete Diffamierung zu bieten. Das wäre doppelt skandalös. Dann hätte sich nämlich nicht der ORF als Bühne für die persönlich-politischen Befindlichkeiten von Frau Weichselbraun missbrauchen lassen – was per se schon absolut inakzeptabel ist – , sondern Frau Weichselbraun wäre lediglich das ausführende Organ eines vom ORF gesteuerten Freiheitlichen-Bashings gewesen“, so Kickl.

Eine der Protagonistinnen, Ursula Stenzel, wusste laut eigener Aussage nichts von dem Vorhaben ihrer Parteikollegen. „Das mit dem Publikumsrat wusste ich nicht, finde es aber gut, weil das vielleicht Anlass gibt, ein bisschen darüber nachzudenken“, erklärt sie im Interview.

Schadensbegrenzung beim ORF

Beim ORF ist man unterdessen um Beruhigung bemüht. "Trademark der ORF-Moderationen beim Opernball ist ein spielerisch-ironischer Grundton, der dem gesellschaftlichen Höhepunkt des Faschings angemessen ist. Wenn dann im Laufe einer dreistündigen TV-Live-Übertragung bei aller Professionalität eine Pointe einmal nicht richtig aufgeht oder missverständlich ankommt, ist das bedauerlich und selbstverständlich nicht beabsichtigt", erklärte TV-Unterhaltungschef Edgar Böhm gegenüber der APA.

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