Strache: Wirbel um dieses Facebook-Posting

Aufregung

Strache: Wirbel um dieses Facebook-Posting

Im Zusammenhang mit Sonnwendfeiern sind FPÖ-Abgeordnete bereits in der Vergangenheit immer wieder in den Fokus der Berichterstattung geraten.

So bewarb nach Recherchen des Politblogs Neuwal.com Barbara Rosenkranz eine Sonnwendfeier bereits 2011 mit Bildern aus einem nationalsozialistischen Kalender. Damals rechtfertigte sich Rosenkranz gegenüber derStandard.at wie folgt:

"Ich kann Ihnen mitteilen, dass diese Grafik seit etwa zwanzig Jahren für die Einladung zur Sonnwendfeier verwendet wird. Woher diese ursprünglich stammt, war für mich leider nicht recherchierbar. Ich danke Ihnen für Ihren Hinweis, den ich gern als Anlass nehme um eine etwaig anders gestaltete Einladung in Hinkunft anregen zu lassen."

Auch FPÖ-Chef HC Strache feierte heuer die Sommersonnenwende mit einem kleinen Lagerfeuer und teilte ein Foto auf Facebook mit dem Text: „Flamme empor..... Gemütlicher Ausklang zur Sommersonnenwende 2016“.

Der Ausspruch „Flamme empor“ stammt dabei ursprünglich aus einem gleichnamigen deutschen Volks- und Freiheitslied von Christian Nonne. Das Pikante: Es wurde später vor allem von den Nationalsozialisten gesungen. Auch in Gesangsbüchern der Hitlerjugend fand sich der Liedtext wieder.

Im Netz hat der Post von HC Strache jetzt eine Diskussion losgetreten.

Die Salzburger Grünen haben am Mittwoch Kritik an aktuellen Facebook-Postings von FPÖ-Bundeschef Heinz-Christian Strache und der freiheitlichen Salzburger Landeschefin Marlene Svazek geübt. Beide hatten jeweils Fotos von Sommersonnwendfeuern veröffentlicht und mit dem Spruch "Flamme empor" eingeleitet: Der Name eines Liedes, das während der NS-Zeit vielfach bei Sonnwendfeuern gesungen wurde.

Von dem deutschen Volks- und Freiheitslied - der Text stammt ursprünglich aus dem Jahr 1814 - existieren freilich verschiedene Versionen. "Flamme empor" wurde eine Zeit lang auch von den Pfadfindern gesungen, wurde dort aber wegen des Naheverhältnisses zur NS-Zeit mittlerweile "ausgemistet", wie eine APA-Anfrage ergab.

 "Das Lied ist im Nationalsozialismus beim rituellen Entzünden der Sonnwendfeuern gesungen worden", sagte der Grüne Landtagsabgeordnete Simon Hofbauer am Mittwoch zur APA. Er verwies auf Forschungen der "AG Tiroler Komponisten", die sich mit der Bedeutung des Liedes für NS-Feierlichkeiten beschäftigt hat. "Es ist kein Zufall, dass Strache und Svazek genau diesen Spruch für ihre Sonnwend-Postings verwenden", betonte Hofbauer. "Das ist ein unverschämter Umgang mit NS-Symbolik."

Das Lied sei auch von der Hitlerjugend und im Zuge von Bücherverbrennung gesungen worden. Ein Auszug aus dem Text: "Auf allen Höhen leuchte, du flammendes Zeichen, dass alle Feinde erbleichen, wenn sie dich sehen. Leuchtender Schein, siehe wir singenden Paare schwören auf Flammenaltare, Deutsche zu sein."
 

Der Liedtext

Flamme empor!

|: Flamme empor! :|

Steige mit loderndem Scheine

Von den Gebirgen am Rheine

|: Glühend empor. :|

|: Siehe, wir stehn :|

Treu im geweiheten Kreise,

Dich zu des Vaterlands Preise

|: Brennen zu sehn! :|

...

|: Leuchtender Schein! :|

Siehe, wir singenden Paare

Schwören am Flammenaltare

|: Deutsche zu sein! :|

|: Höre das Wort! :|

Vater auf Leben und Sterben,

Hilf uns die Freiheit erwerben!

|: Sei unser Hort! :|

(Text: Joh. H. Christian Nonne 1814, Melodie:Feinde ringsum von O. L. Tr. Gläser, 1791)

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