Umfrage-Absturz

Umfrage-Absturz

Strache attackiert jetzt Fischer & ORF

Es hätte das Jahr des Heinz-Christian Strache werden sollen. Auf einer Welle von Stimmen enttäuschter ÖVP-Wähler wollte der FPÖ-Chef von der Präsidentschaftswahl am 25. April zur Wien-Wahl im Oktober zum Erfolg surfen: Doch der Zick-Zack-Kurs seiner Präsidentschaftskandidatin Barbara Rosenkranz in Sachen NS-Vergangenheit und Verbotsgesetz schadet nicht nur ihr, wie in der aktuellen ÖSTERREICH-Gallup-Umfrage zu sehen ist.

Josef Pröll: „Unsaubere Haltung zu NS-Ideologie“
Laut einer profil-Erhebung glauben 37% der Österreicher, die Kandidatur der zehnfachen Mutter aus Niederösterreich schade längst Strache selbst und seinen Ambitionen, im Oktober den Wiener Bürgermeister Michael Häupl ins Straucheln zu bringen.

Tatsächlich wird die Ablehnung gegen Rosenkranz immer vehementer: Bis auf die FPÖ haben sich alle Parteien klar gegen Rosenkranz ausgesprochen. ÖVP-Chef Josef Pröll antwortet gegenüber ÖSTERREICH für einen Politiker ungewöhnlich direkt: „Frau Rosenkranz ist für mich aufgrund ihrer unsauberen Haltung zur NS-Ideologie nicht wählbar.“

Und auch in der Wirtschaft bildet sich eine breite Front gegen Rosenkranz: Siemens-Generaldirektorin Brigitte Ederer meint in MADONNA: „Wer zu einem Bekenntnis zur Republik erst mit Nachdruck gedrängt werden muss, sollte über seine Befähigung für das höchste Amt im Lande nachdenken.“

Und was tut Strache? Seine Rechnung, mit Rosenkranz vor allem bei den ländlichen Kirchengängern zu punkten, ist spektakulär gescheitert.

Jetzt versucht er eine Doppelstrategie: In ÖSTERREICH stellt er sich zwar hinter Rosenkranz, attackiert Bundespräsident Fischer und gibt für den Wahlkampf die Parole „Jetzt erst recht“ aus. Auf der anderen Seite distanziert er sich vorsichtig von Rosenkranz. So sei die Wiener Wahl wichtiger, und: „Ich glaube, dass die Österreicher genau zwischen den unterschiedlichsten Wahlen differenzieren.“

Jubelte der ORF Strache drei Skinheads unter?
Gleichzeitig begibt sich der FPÖ-Chef in die Opferrolle: Ihm seien, so wetterte Strache am Samstag, bei einer Wahlveranstaltung in Wiener Neustadt drei Skinheads untergejubelt worden. Die drei hätten sich mit ihm filmen lassen wollen und auf Aufforderung eine ORF-Redakteurs („Sagt’s es endlich!“) hätten sie „Sieg Heil“ gerufen. Strache fordert jetzt den Rücktritt von ORF-Info-Direktor Elmar Oberhauser. Der konterte: „Ich gehe davon aus, dass alles journalistisch korrekt abgelaufen ist. Die Vorwürfe werden untersucht.“

UMFRAGE: Rosenkranz ohne Chance

Fünf Prozentpunkte minus in zwei Wochen – das gibt es in der Meinungsforschung nicht oft. FPÖ-Präsidentschaftskandidatin Barbara Rosenkranz legt noch vor Beginn des Wahlkampfs einen veritablen Fehlstart hin: War sie im direkten Vergleich mit Bundespräsident Heinz Fischer vor zwei Wochen noch auf 21 Prozent gekommen, so stürzt sie in der aktuellen ÖSTERREICH-Gallup-Umfrage auf 16 Prozent ab – Fischer läge damit im Direktvergleich bei sage und schreibe 84 Prozent.

Der Grund: Die Österreicher nehmen der FPÖ-Kandidatin ihre Distanzierung vom Nationalsozialismus und von ihrer noch vor wenigen Tagen aufgestellten Kritik am NS-Verbotsgesetz nicht ab. Immerhin 63 Prozent sehen die zehnfache Mutter mit betont nationalem Hintergrund und rechtsrechtem Ehemann „nahe dem NS-Gedankengut“.

Das macht Rosenkranz nicht nur für Anhänger der ÖVP unattraktiv: Nur 20 Prozent der Befragten halten Rosenkranz für „grundsätzlich“ wählbar, die überwältigende Mehrheit von 72 Prozent nicht. Bürgerliche (ÖVP-)Wähler würden Rosenkranz nur zu 18 Prozent ankreuzen. Im Gegenzug schadet Rosenkranz ihre Distanzierung vom rechten Rand bei der eigenen Klientel: Denn auch bei den FPÖ-Wählern können sich 29 Prozent jetzt nicht mehr nicht vorstellen, ihr Kreuz bei der eigenen Kandidatin zu machen.

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