Strache poltert bei FP-Aschermittwoch

Ried

Strache poltert bei FP-Aschermittwoch

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Die "direkte Demokratie nach Schweizer Vorbild" und einen Hypo-Untersuchungsausschuss verlangte FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache beim Politischen Aschermittwoch in Ried. Er schwor seine Anhänger auf die EU-Wahl ein und unternahm den üblichen Rundumschlag gegen die Regierung.

Straches Sprüche zum Aschermittwoch 1/10
... über die Regierung I
Diese Regierung handelt nach dem Motto: Ist das Leben schon zu teuer erhöhen wir just die Steuer.
... über die Regierung II
Faymann und Spindelegger haben schon im Wahlkampf immer geschmust. Die sollten in Wahrheit eine eingetragene Partnerschaft eingehen. Mich wundert, dass die beiden nicht gemeinsam den Opernball eröffnet haben. Beim Linkswalzer sind sie beide perfekt.
... über Mikl-Leitner 
Wahrscheinlich glaubt die Innenministerin, wenn es keine Polizeidienststellen mehr gibt, kann auch niemand mehr die Polizei rufen und das wirkt sich gut auf die Kriminalitätsstatistik aus.
... über Raiffeisen
Wo ein Schwarzer auftaucht, landet er am Ende immer bei Raiffeisen. Das ist wie bei einer Katze, wenn die aus dem Fenster fällt, landet sie immer auf den Pfoten.
... über die Hypo I
Man könnte auch so sagen: Durch die Verstaatlichung ohne Not sind die Steuerzahler um Milliardenbeträge nicht geprellt sondern gepröllt worden.
... über die Hypo II
Die ÖVP will jetzt eine Seligsprechung für Raiffeisen beim Vatikan beantragen. Das Wunder liegt schon liegt schon vor, das notwendig ist: Weil bevor er zu Raiffeisen gekommen ist, war der Josef Pröll schwer krank und arbeitsunfähig. Und seit er dort ist, ist er wieder pumperlgsund.
... neue Steuern
Die Autofahrer sind die Ärmsten: Da gibt´s die Mineralölsteuer. Dann die NOVA und die motorbezogene Versicherungssteuer. Ich warte jetzt noch darauf, dass die Regierung eine neue Wegfahrsperre einführt. Da muss man dann wahrscheinlich noch im eigenen Auto zuerst ein paar Münzen einwerfen, bevor man es in Betrieb nehmen darf.
... über Michael Spindelegger
Wann ist der Spindelegger einen Euro wert? Na wenn er ein Einkaufwagerl beim Billa vor sich herschiebt.
... über Strolz und Glawischnig
Neos-Chef Strolz braucht Red-Bull-Entzug. Ein Werkzeug-Macher will jetzt eine Beißzange nach Grünen-Chefin Glawischnig benennen - so verbissen wie die ist.
... über das BZÖ
Das BZÖ ist aus dem Parlament geflogen und auch der Onkel aus Kanada hat den Abflug gemacht - jetzt ist "Kanamehrda".
 


Deftiges Programm
2.000 Besucher sind laut Veranstalter in die ausverkaufte Jahn-Turnhalle gekommen. Das Programm, das sie für 14 Euro erwartete, folgte dem bewährten Rezept: Bier, Heringsteller und deftige Reden. Den Beginn machte der Abgeordnete Elmar Podgorschek: Der FP-Aschermittwoch stehe für die Befreiung vom "Gender- und Homowahn", ebenso wie vom "linken Journalismus", meinte er in seiner Begrüßung.

Parteichef Strache, in kurzer Lederhose und Trachtensakko, setzte gleich mit Kritik an Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter (ÖVP), der sich für ein Adoptionsrecht für Homosexuelle ausgesprochen hatte, fort und arbeitete sich dann durch die Regierungsbank. Kanzler Werner Faymann (SPÖ) sei deshalb so klein geblieben, weil ihm seine Eltern als Kind gesagt hätten, wenn er groß sei, müsse er arbeiten. Sebastian Kurz (ÖVP) mit "Humboldt-Ausbildung zum Außenminister" sei "eine Zumutung".

Für die Regierung gelte die "Unfähigkeitsvermutung", sie versage in allen politischen Bereichen. Strache kritisierte den "Steuererhöhungsrausch" der Koalition, die "angeschnapselt" gewesen sein müsse. Finanzminister Vizekanzler Michael Spindelegger (ÖVP), die "Wiedergeburt von Karl Marx", belaste den Mittelstand. Der "Entfesselungskünstler" sei nur dann einen Euro wert, wenn er mit den Einkaufswagerl im Supermarkt unterwegs sei.

In der Hypo-Affäre verlangte er einen U-Ausschuss, um den "schwarzen Vaterschaftsnachweis" für das Debakel zu erbringen. Ex-Finanzminister Josef Pröll (ÖVP) sei für das "Finanzverbrechen" einer Zwangsverstaatlichung ohne Not verantwortlich. "Dr. Jörg Haider" hingegen habe die Hypo "in einem genialen Schachzug" den Bayern verkauft. Er, Strache, habe ohnehin immer - auch vor der Parteispaltung - gesagt, dass Ausfallshaftungen nicht in Ordnung seien.

Harsche Kritik übte Strache an der Schließung von Polizeidienststellen, die keinen Sicherheitsverlust bringen solle: "Sperren wir die Schulen, damit die Kinder klüger werden." Der FP-Chef erwartet, dass die organisierte Kriminalität bei der nächsten Wahl eine Empfehlung für ÖVP und SPÖ abgibt.

Strache gab sich kurz nach der Nationalratswahl optimistisch, das nächste Mal Regierungschef zu werden, wenn sich die Leute nicht mehr von "politischen Eintagsfliegen" blenden lassen würden: "Was muss der HC Strache machen, damit er Bundeskanzler wird?", fragte er das Publikum. Antwort: "Er muss gesund bleiben."

Er appellierte an alle, zur EU-Wahl zu gehen, denn ein starkes Abschneiden der FPÖ wäre ein "Vorbote einer neuen Zukunft". Die Spitzenkandidaten der Mitbewerber bekamen ihr Fett ab: SPÖ-Kandidat Eugen Freund habe sich als "Querschläger" entpuppt, Otmar Karas sei ein "EU-Fanatiker", der in einer "EU-Fahnen-Unterhose herumläuft".

Zuvor hatte Listenerster Andreas Mölzer die Verhinderung des Türkei-Beitritts als Verdienst seiner Fraktion gelobt. Der extra nach Ried angereiste Präsident des rechten belgischen Vlaams Belang, Gerolf Annemans, beschwor die Freundschaft und die gemeinsamen Ziele mit der FPÖ.
 

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