Strache will ein Wutbürger sein

EU-Wahl

Strache will ein Wutbürger sein

Die FPÖ sieht sich als "Wutbürgerbewegung" und liebäugelt bei der EU-Wahl mit einem politischen "Erdbeben". Dies erklärten Parteichef Heinz-Christian Strache und Spitzenkandidat Harald Vilimsky am Freitag bei einem Wahlkampfstopp in Innsbruck. Man sei aber nicht nur mit dem ersten Platz zufrieden, auch Platz zwei oder drei wären ein Erfolg, meinte Strache bei einer gemeinsamen Pressekonferenz.

Er sieht die Partei bei derzeit rund 19 Prozent. "Das ist bereits ein großer Zuwachs. Und jetzt beginnt erst die heiße Phase", zeigte sich der Bundesparteiobmann demonstrativ optimistisch. Aber auch ein Ergebnis unter 20 Prozent wäre "keine Enttäuschung". Der FPÖ-Chef sieht die Wahl zum Europäischen Parlament als "Signalwirkung für die Nationalratswahl". Vielleicht stehe SPÖ und ÖVP ja dann der "Angstschweiß auf der Stirn" und sie "kommen zur Vernunft", sagte Strache. Bei der EU-Wahl 2009 hatten die Freiheitlichen 12,7 Prozent der Stimmen erreicht.

Dass der Wahlkampfmotor durch den Rückzug von Andreas Mölzer etwas ins Stocken geraten sei, stellte der FPÖ-Chef in Abrede. Schließlich sei man vor dessen Abgang bei 17 bis 18 Prozent in den Umfragen gelegen.

"Unionszentralismus"
Strache holte einmal mehr zum gewohnten Rundumschlag gegen den "Unionszentralismus" und gegen die politischen Mitbewerber aus. SPÖ-Spitzenkandidat Eugen Freund etwa habe dem Begriff "Freundschaft" seinerzeit eine "neue Dimension" gegeben, indem er "für eine gute Berichterstattung für die SPÖ im ORF gesorgt" habe. ÖVP-Frontmann Othmar Karas bezeichnete der FPÖ-Obmann als "EU-Pfarrer" mit einer "monotonen Begeisterungsfähigkeit". Wenn er nach Brüssel schaue, habe er das Gefühl, es werde eine "neue Heilige Stadt" aufgebaut, quasi ein "Jerusalem, Mekka und Rom in einem", spottete Strache.

Vilimsky sah für die "rot-weiß-rote Wutbürgerbewegung" FPÖ ein "offenes Zeitfenster", das man nun betreten müsse. Es gehe darum, den Weg der "Verzentralstaatlichung" nicht mehr weiterzugehen. Auch der Parlamentspräsident und sozialdemokratische Spitzenkandidat Martin Schulz bekam sein Fett weg. Dieser bekomme trotz eines 15.000 Euro-Einkommens im Monat noch mal "304 Euro Taggeld 365 Tage im Jahr", polterte Vilimsky. Und zahle nur 12,5 Prozent Steuern. Der FPÖ-Generalsekretär forderte gar den Rücktritt von Schulz, dieser sei eine "Schande".

   Am Freitag touren Strache und Vilimsky unterdessen weiter durch Tirol. So stehe unter anderem ein Besuch des "Gauderfestes" in Zell am Ziller am Programm.
 

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