23. 08. 2007, 11:08

Kein Paintball

Strache eindeutig Teil der rechtsextremen Szene Österreichs

Mit einem vollen Erfolg für die Tageszeitung "ÖSTERREICH" endete heute Vormittag am Wiener Landesgericht die erste Runde im Verfahren, das FPÖ-Parteiobmann HC Strache rund um die Veröffentlichung der Wehrsport-Bilder angestrengt hatte.

H C Strache ist nach der heutigen Verhandlung eindeutig als Teil der rechtsextremen Szene Österreichs zu Beginn der 90er-Jahre identifiziert. Seine bisherigen Aussagen waren deshalb wissentlich unwahr:

Bilder zeigen Neonazis
Als Zeuge legte der Nationalratsabgeordnete Ewald Stadler die sieben seit Monaten heftig diskutierten Fotografien erstmals unverpixelt dem Gericht vor. Sowohl er, als auch ein Teilnehmer der Übung identifizierten dann die auf den Bildern neben HC Strache fotografierten Personen eindeutig als die führenden Aktivisten der österreichischen Neonazi-Szene.

Laut den Aussagen der Zeugen befinden sich auf den Fotos - exakt wie von "ÖSTERREICH" berichtet - die prominenten heimischen Neonazis Andreas Thierry, Jürgen Hatzenbichler, Marcus Ullmann und zahlreiche weitere Vertreter des rechtsextremen Lagers. Vor allem Andreas Thierry, der enge Kontakte zu Gert Honsik unterhielt, gilt neben Gottfried Küssel als Schlüsselfigur der rechtsextremen Szene und der "Nationalen Front".

Keine Paintball-Spiele
Unter den nun vollständig und unverpixelt vorgelegten Bildern befinden sich auch Aufnahmen, wo die Teilnehmer mit Gummiknüppeln und Schlagstöcken aufeinander einschlagen und mit Pumpguns und (angeblich Spielzeug-) Maschinengewehren im militärischer Uniform posieren, die eindeutig nichts mit Paintball-Spiel zu tun haben.

Strache gibt Kontakte zu
FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache hat im Zuge der Foto-Affäre nun Kontakte zur "Wiking Jugend" zugegeben. Er sei jedoch kein Mitglied der Organisation gewesen, sagte Strache nach der ersten Verhandlungsrunde. Seit 1990 will er mit der "Wiking Jugend" allerdings nichts mehr zu tun gehabt haben.

Auf dem neuesten Foto sieht man HC Strache inmitten von Aktivisten der heimattreuen Wiking-Jugend

Strache erklärte weiters, zu Silvester 1989 an der deutsch-deutschen Grenze an einer Aktion teilgenommen zu haben, bei der auch Mitglieder der Organisation anwesend gewesen seien. Ziel der Versammlung sei es gewesen, DDR-Bürgern "Care-Pakete" über die Grenze zu reichen. Danach will Strache mit der "Wiking Jugend" nichts weiter zu tun gehabt haben. Er wisse auch nicht, was mit der Bewegung passiert und wieso es zur Auflösung gekommen sei.

Lesen Sie hier, was Strache zu dem Foto im Detail sagt

Strache wurde tatsächlich festgenommen
Stadler schilderte dann auch ausführlich seine Informationen, wonach H C Strache zur Jahreswende 1989/1990 bei einer Veranstaltung der kurz danach wegen neonazistischer Wiederbetätigung verbotenen "Wiking-Jugend" verhaftet worden sei. Er rekonstruierte im Wortlaut die damalige Aussage des FPÖ-Parteiobmannes Strache, wonach er bei dieser Veranstaltung "nicht verhaftet", sondern vom Bundesgrenzschutz "nur festgenommen" wurde. Strache hätte im Parteivorstand betont, er hätte "Brotkörbe für die hungernden Werktätigen der DDR über die Grenze geworfen". Stadler bezeichnete diese Darstellung Straches als "skurril und lächerlich".

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Fellner: "Berichterstattung korrekt"
In einer ersten Reaktion nach der Verhandlung betonte ÖSTERREICH-Herausgeber Wolfgang Fellner: "Unsere Berichterstattung in ÖSTERREICH ist durch die heutigen Zeugenaussagen in jedem Wort und auch in allen Details bestätigt worden. Die heutige Verhandlung ist ein enormer Erfolg für ÖSTERREICH, weil damit ab heute klargestellt ist, dass unsere Berichterstattung in der Causa Strache genau mit den Zeugenaussagen aus dem bisher geheimen FPÖ-Parteivorstand übereinstimmt."

Fellner erwartet politische Konsequenzen
Wolfgang Fellner erwartet nach der heutigen Verhandlung eindeutige politische Konsequenzen: "Es ist für mich unvorstellbar, dass H C Strache nach diesen Zeugenaussagen, die im klaren Widerspruch zu seinen Aussagen in den vergangenen Monaten und im ORF-Sommergespräch vom Dienstag stehen, weiter Obmann einer demokratischen Partei sein kann.

Es ist durch die Zeugenaussagen eindeutig belegt, dass H C Strache bei seinen Fotoaufnahmen umgeben von den führenden Neonazis war, dass er an Veranstaltungen der eindeutig rechtsextremen Wiking-Jugend in Deutschland teilgenommen hat und dass er sogar wegen seiner Neonazi-Wiederbetätigung bei der Wiking Jugend von der deutschen Polizei und dem Bundesgrenzschutz aufgegriffen und polizeilich erfasst wurde.

Strache als Teil der rechtsextremen Szene Österreichs
H C Strache ist nach der heutigen Verhandlung eindeutig als Teil der rechtsextremen Szene Österreichs zu Beginn der 90er-Jahre identifiziert. Seine bisherigen Aussagen waren deshalb wissentlich unwahr. Sein Rücktritt als Abgeordneter und Parteiobmann ist die zwingende Konsequenz dieser Verhandlung." Heinz Christian Strache hatte noch Dienstag in den "Sommergesprächen" des ORF die Anwesenheit von Neonazis wie Andreas Thierry und Jürgen Hatzenbichler bei den Fotoaufnahmen als "absoluten Unsinn" und "unrichtig" bestritten, seine Teilnahme an Veranstaltungen der Wiking-Jugend in jeder Form dementiert und seine Erfassung durch den Bundesgrenzschutz als "falsch" dementiert.

Wolfgang Fellner: "Strache hat in der Sendung bekanntlich gesagt: Lügen haben kurze Beine!"