Streit um Traiskirchen eskaliert

Gleich zwei Demos

Streit um Traiskirchen eskaliert

Der Polit-Kampf um das größte Asyllager Österreichs eskaliert. Derzeit drängen sich 1.600 Flüchtlinge im Erst­aufnahmezentrum Trais­kirchen. Die FPÖ mobilisiert seit Wochen gegen den steigenden Zustrom von Asylwerbern – heute geht sie in Traiskirchen auf die Straße.

Strache demonstriert 
persönlich in Traiskirchen

  • FPÖ mit 500 Unterstützern. Um 18.30 Uhr starten die Blauen ihre Kundgebung am Traiskirchener Hauptplatz – also wenigstens nicht in der Nähe des Flüchtlingslagers. FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache wird das Wort ergreifen und gegen die Asylpolitik von Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) wettern. Dabei hat die FPÖ in der letzten Woche wenig getan, um die Lage zu beruhigen. Im Gegenteil beschimpfte Straches Vertrauter in NÖ, Christian Höbart, Asylwerber als „Höhlenmenschen“. Bei der Polizei hat die FPÖ 
als vermutliche Teilnehmerzahl 500 angegeben.

Sozialistische Jugend hat Gegendemo angemeldet

  • Jusos halten dagegen. Auf der anderen Straßenseite – durch einige Dutzend Polizisten sowie die Bundes­straße 17 getrennt – wird die SJ ihre Gegenveranstaltung „Rassismus, nein danke!“ abhalten. Übrigens mit Unterstützung des Traiskirchener Bürgermeisters Andreas Babler, der (wohl erst im Jänner) ebenfalls gegen das Asyllager demonstrieren will.
  • Attacke Mikl-Leitners. Innenministerin Johanna Mikl-Leitner zeigte sich gegenüber ÖSTERREICH jedenfalls bestürzt. Sie befürchtet sogar Ausschreitungen, wie das vor einigen Wochen in Köln der Fall war, und ruft via ÖSTERREICH die „Scharfmacher und Hetzer“ zur Ruhe auf. Die Ministerin: „Sie sollten lieber die Länder und Gemeinden ermutigen, mehr Kriegsflüchtlinge bei sich aufzunehmen.“

G. Schröder

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