Sonderthema:
Stronach: Skurrile Prozess-Show

Verteidigte 
Peter Westenthaler.

Stronach: Skurrile Prozess-Show

Bei seiner Zeugenaussage am Dienstag im Prozess gegen Peter Westenthaler machte Frank Stronach eines deutlich: Er könne sich an die Geschehnisse von damals „nur düster erinnern“.

Laut Anklage soll Westenthaler als Vorstand der Bundesliga eine Förderung für den Fußball-Nachwuchs in Höhe von einer Million Euro zweckwidrig verwendet haben, um Schulden zu begleichen – es gilt die Unschuldsvermutung. Stronach war ­damals Aufsichtsratsvorsitzender und empfahl Westenthaler als Vorstand: „Ich war wie ein Vater zu ihm.“

Dem Richter fällt es schwer, klare Antworten aus dem Milliardär herauszukitzeln: Stronach weicht aus, wiederholt sich – wirkt etwas verwirrt. „Für mich ist unverständlich, worum es sich hier dreht. Es ist doch kein Schaden entstanden.“ Doch: „Ich bin gerne hier, um Licht auf die Sache zu werfen.“

Stronach etwas verwirrt, 
 Richter muss schmunzeln
Für Richter Christoph Etl dürfte Stronachs Zeugenaussage nach dem Pöbel-Auftritt von Wolfgang Schüssel eine Erholung gewesen sein. Öfters musste Etl schmunzeln. Denn auch wenn Stronachs Erinnerung ihn im Stich ließ, so hatte er doch einige Weisheiten für das Gericht parat: Er erklärte etwa, warum es egal sei, welches Geld man verwende, um Budget-Löcher zu stopfen: „Wennst in an Brunnen Wasser tust, weißt nach ein paar Wochen auch nimmer, welches woher kam.“ Den Standpunkt untermalte er mit: „Geld hat ka Mascherl.“ Ebenfalls denkwürdig war der Abgang. Der Richter fragt ihn, ob er eine Zeitbestätigung benötigt. Stronach: „Zeit ist Geld, meinen Sie? Na dann geben Sie das einem Armen. Ich mache 50.000 am Tag.“

(fis)

"Ich mache 50.000 Euro am Tag"

  • Stronach über den Prozess: „Für mich ist unverständlich, worum es sich hier dreht. Es ist doch kein Schaden entstanden.“
  • … über Westenthalers Bestellung zum Vorstand: „Ich war wie ein Vater zu ihm. Ich habe gesagt: Du musst dich ein bisschen zivilisierter ausdrücken, dann würden Stellen für dich offen sein.“
  • … über die Verwendung der Förderung: „Wennst in an Brunnen Wasser tust, weißt nach ein paar Wochen auch nimmer, welches woher kam.“
  • … über die Zeitbestätigung vom Gericht: „Zeit ist Geld, meinen Sie? Na dann geben Sie das einem Armen. Es gibt sicher Arme. Ich mache 50.000 pro Tag.“
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