Stronach zahlt für politische Idee

100.000 Euro

Stronach zahlt für politische Idee

Bei einem Festakt in der Wiener Hofburg hat Frank Stronach am Samstagabend den Sieger seines politischen Ideenwettbewerbs mit 100.000 Euro ausgezeichnet. Der Gewinner ist ein 24-jähriger Oberösterreicher, der das Geld in sein eigenes Unternehmen investieren will. Überzeugt hat er mit seiner Idee "Demokratie 2.0"

Das Frank Stronach Institut hat junge Menschen zwischen 16 und 29 Jahren aufgerufen, die "besten Ideen für Österreich" in selbstgedrehte Videobotschaften zu verpacken und über eine Facebook-App hochzuladen. Auf die Frage "Was würdest du tun, wenn du Bundeskanzler wärst?" reichten knapp 700 junge Frauen und Männer Ideen-Clips ein, die insgesamt 9.500 Menschen mit 25.000 Stimmen in einem Online-Facebook-Voting bewertet haben. Diese Wertung und das Urteil einer Jury, bestehend aus Stronach, seiner Listenzweiten Kathrin Nachbaur sowie zweier Marketing-Experten, waren ausschlaggebend für die Auswahl von 101 Einsendern, aus deren Kreis im Rahmen der Abschlussveranstaltung am Samstagabend der Sieger gekürt wurde.

Diashow Politik-Ideen-Wettbewerb von Stronach

Politik-Ideen-Wettbewerb von Stronach

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Zunächst erhielten 99 Platzierte Schecks über je 500 Euro von Nachbaur überreicht. Entgegen den ursprünglichen Plänen bekam die Zweitplatzierte nicht nur 500 sondern 5.000 Euro. Den großen Scheck über 100.000 Euro an den Sieger überreichte schließlich Stronach selbst.

Der 24-jährige Gewinner ist gebürtiger Niederösterreicher, der in Oberösterreich als Geschäftsführer bereits ein Unternehmen für Systemschaltungen leitet. Die 100.000 Euro will er nun in sein Unternehmen investieren. Überzeugt hat er mit seiner Idee einer "Demokratie 2.0". Er geht davon aus, dass nicht nur ein Unternehmen genau wissen muss, was seine Kunden wollen, sondern auch der Staat, dessen Kunden die Bürger sind, muss wissen was, diese wollen. Über Internet soll der Staat herausfinden, was die Bürger wollen und dann darauf eingehen.

Die eingereichten Vorschläge der anderen Kandidaten reichen von einer Staatsausgaben-Mitbestimmung, über ein Arbeitsrecht für alle ohne behördliche Bewilligung, einem Wahlrecht für Kinder und einer Unabhängigkeit der Staatsanwaltschaften bis zu einem Tabakverkaufsverbot.

Stronach bezeichnete das von ihm für diesen Zweck gestiftete Geld als "Investment in die Zukunft". "Die Jugend ist die Zukunft Österreichs", sagte der Parteigründer.

Nachbaur erzählte in ihrer Einleitung, dass Stronach einen solchen Jugendwettbewerb schon 1995 in Kanada ins Leben gerufen hat, der dann auch zu einem TV-Format gemacht wurde. Einer der Gewinner habe es etwa zur rechten Hand von Premierminister Stephen Harper gebracht, verwies sie auf die Aufstiegschancen der Kandidaten. Auch in einigen europäischen Ländern habe es dieses Fernseh-Format gegeben, etwa in Deutschland unter dem Titel "Ich kann Kanzler". In Österreich habe es der ORF jedoch abgelehnt.

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